Elkesaïten

Oder Elchasaiten auch Elcha-sai, Elchai, aramäischsprachige christliche Täufergemeinde, die um 100 im Ostjordanland entstand, sich in Syrien ausbreitete und deren Ursprünge vermutlich auf die charismatische Prophetengestalt von Elchasei zurückgehen. Mit jüdischen Bräuchen wie Beschneidung, Sabbat und Ritualgeboten verband dieser „Taufen“ und Astrologisches.
Zum Kult der E. zählte neben der (wiederholten) Taufe auch eine Eucharistiefeier (Abendmahl), deren Brot sich dezidiert vom Brot der Kirche (Azyma) unterschied. Es wurden Speisegesetze (kein Weizenbrot) und kultische Gesetze eingehalten, so dass die Glaubensgemeinschaft als judenchristlich galt, obwohl es eine starke Ablehnung des griechischsprachigen Christentums gab.
Nach Aussagen des Kölner Mani-Kodex gehörten auch Mani und sein Vater zu den Elkesaiten, von denen er sich bald abwandte, um seine eigene Religionsgemeinschaft, den Manichäismus, zu gründen.
Seine Offenbarungen hinterließ Elchasai in seinem Buch Elxai (hebr., Die verborgene Kraft), das nur in Fragmenten erhalten ist (bei Hippolyt und Epiphanius).

W.: Brandt, August Johann Heinrich Wilhelm: Elchasai, ein Religionsstifter und sein Werk. Beiträge zur jüdischen christlichen und allgemeinen Religionsgeschichte. Leipzig: Hinrichs, 1912; Waitz, H.: Das Buch des Elchasai, in: Apokryphe Apokalypsen. Wiesbaden: Marix-Verl., 2007, S. 187-191.
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