Eibe

Taxus baccata, aus der Familie der Eibengewächse, immergrüner harzloser Nadelbaum. Bis auf den bei Reife durch Karotinoide rot gefärbten Samenmantel, den Arillus, der becherartig den Samen umgibt, und den Eiben-Pollen, sind alle Pflanzenteile der Europäischen Eibe äußerst giftig. Sie kann ein hohes Alter erreichen und gehört zu den geschützten Pflanzen. Ihr zähes, hartes und schweres Holz eignet sich für Dauerhaftes wie Türpfosten, Pfeile, Bogen und Armbrüste.
Oft auf Friedhöfen gepflanzt, galt die E. mit ihrem harten Holz und den giftigen Nadeln als Schutz vor Hexenzauber und vor Geistern. Bei den Griechen und Römern ist der Weg zur > Unterwelt von E. umsäumt, um den Wanderer vor den > Furien zu schützen, die ihn mit einer Fackel aus Eibenholz niederzustrecken suchen. In Bellum Gallicum (VI, 31) berichtet Cäsar, dass sich König Catuvolcus mit Eibengift das Leben nahm. In Irland wurde die E. als einer der fünf magischen Bäume als „feste, aufrechte Gottheit“ gepriesen. Keltische > Druiden notierten auf Eibenstäben die Mondphasen und die traditionellen Gesetze, verließen sich aber auch bei > Wahrsagung, > Schutzzauber, > Binde- und Lösemagie auf das Eibenholz. Die E. fand ebenso Eingang in die Dichtung, wie z.B. in Shakespeares Macbeth: „Eibenzweige abgerissen / in des Mondes Finsternissen“ zur Bereitung des Zaubertrankes der Hexen, oder bei Theodor Fontane: „Ein Funkeln / Im Dunkeln / Wie Götzenzeit, wie Heidentum / Blickt ins Fenster der Eibenbaum.“
Eibenholz diente einst auch zur Herstellung von > Wünschelruten und > Zauberstäben.
Junge Mädchen, die bezüglich ihres künftigen Partners > Hexen befragten, erhielten meist den Rat, Eibenzweige unter ihr Kopfkissen zu legen.

Lit.: Scheeder, Thomas: Die Eibe (Taxus baccata L.); Hoffnung für ein fast verschwundenes Waldvolk. IHW-Verlag, 1994; Magister Botanicus: Magisches Kreutherkompendium. Speyer: Die Sanduhr Fachverlag für altes Wissen, 1995; Hageneder, Fred: Die Eibe in neuem Licht. Eine Monographie der Gattung Taxus. Saarbrücken: Neue Erde, 2007; Zerling, Clemens: Lexikon der Pflanzensymbolik. Baden/München: AT Verlag, 2007.
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