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Resch, Andreas: Lexikon der Paranormologie (LPN) Band 1

Resch, Andreas: Lexikon der Paranormologie (LPN) Band 1

ANDREAS RESCH

LEXIKON DER PARANORMOLOGIE (LPN)
BAND 1

A – Azurit-Malachit

Band 1 des Lexikons der Paranormologie (LPN) umfasst auf 580 Seiten einschlägige Begriffe aus den Grenzgebieten der Wissenschaft zum Buchstaben A.

Das Lexikon beschreibt den Gesamtbereich der Grenzgebiete der Wissenschaft, angefangen von den Grenzgebieten der Physik über jene der Biologie, Medizin, Psychologie, Geschichte und Religionswissenschaft bis hin zu Volks- und Völkerkunde, Mythologie und Mystik, verbunden mit Informationen über einschlägige Lehren, Personen, Institutionen, Gemeinschaften und Praktiken.

Damit ist das Lexikon der Paranormologie das wohl umfangreichste Lexikon der Welt für Grenzgebiete der Wissenschaft.

Geschichte
Die Idee eines Lexikons der Paranormologie geht bereits in die 1960er Jahre zurück, wo ich mich mit dem Gedanken trug, den gesamten Bereich des Paranormalen zumindest begrifflich einzufangen. Als ich dann 1969 nach dem II. Vatikanischen Konzil den ersten Lehrauftrag in der Geschichte der Kirche zu Vorlesungen über den Bereich des „Okkulten“ an der Accademia Alfonsiana, Päpstliche Lateran-Universität in Rom, erhielt, nahm das Vorhaben konkrete Gestalt an. Ich stand nämlich vor dem großen Problem, einen Terminus zu finden, der den Gesamtbereich des Paranormalen abzudecken vermag, ohne dabei schon eine Deutung zu beinhalten, ist doch in den meisten Fällen die Echtheit der Phänomene noch nicht gesichert. Als Ausweg bediente ich mich zur Benennung meiner Vorlesung zunächst der allgemeinen lateinischen Formulierung Introductio in scientiam phaenomenum paranormalium (Einführung in die Wissenschaft der paranormalen Phänomene). Diese Formulierung fasste ich schließlich in den erweiterten Begriff Paranormologie zusammen, der ganz neutral die „Wissenschaft des Paranormalen“ bezeichnet, zumal sich der Terminus „Parapsychologie“ für die Bezeichnung des gesamten Gebiets des Paranormalen als zu eng und Begriffe wie „Esoterik“ oder „Okkultismus“ sich als zu unwissenschaftlich erwiesen.

Paranormologie
Der Begriff „Paranormologie“, der bereits international verwendet wird, ist frei von jeder Fachbegrenzung, jeder Ausgangshypothese, jeder Deutungsrichtung, und eignet sich daher zur Bezeichnung des wissenschaftlichen Bemühens um den Gesamtbereich des Paranormalen, hat doch gerade im Bereich des Außergewöhnlichen der Grundsatz zu gelten: „Das Phänomen hat die Wissenschaft zu bestimmen und nicht die Wissenschaft das Phänomen.“ Die Paranormologie befasst sich jedoch nicht nur mit der Klärung der außergewöhnlichen Phänomene, die in die Bereiche Paraphysik, Parabiologie, Parapsychologie und Parapneumatologie gegliedert werden, sondern auch mit der Geschichte, den verschiedenen Lehren, Gemeinschaften, Gesellschaften, Instituten und Personen im Bereich des Außergewöhnlichen.

Begriffsauswahl
Das Kriterium für die Aufnahme von Begriffen in das LPN waren stets das Außergewöhnliche und seine Bedeutsamkeit. So finden Begriffe, die durch keinerlei nähere Angaben oder literarische Unterlagen verifiziert werden können, keine Aufnahme. Ebenso werden noch lebende Personen oder solche, deren Lebensdaten nicht hinreichend geklärt sind, nur bedingt aufgenommen. Das gilt auch für Vereine, Gesellschaften und Journale. Desgleichen können von den unzähligen Götter-, Engels- und Teufelsnamen und den Fabelwesen in Religion, Mythologie, Sagen und Märchen nur die wichtigsten berücksichtigt werden.
Für die Begriffssammlung wurden neben dem Katalog der Bibliothek des IGW und dem Personen- und Sachregister der einschlägigen Zeitschriften Nachschlagewerke von Physik bis Mystik konsultiert, um einen vorläufigen Thesaurus zu erstellen. Ein solcher Thesaurus ist ständig durch Begriffe in neuen Publikationen zu ergänzen, um größtmögliche Vollständigkeit zu erreichen, wie als konkretes Beispiel folgende Auflistung der Begriffe von Ah als Unterteilung des Buchstabens A zeigen soll:

Ah uoh puc
Ahad
Ahadiyah
Ahalya
Aham Brahman Asmi
Ahamkara
Ahasver
Ahathoor Temple
Ahhazu
Ahija
Ahiman Rezon
Ahimsa
Ahl-i-haqq
Ahlkirsche
Ahmad ibn al-‘Arif
Ahmad ibn Sirin
Ahmadiya
Ahndung
Ahnen
Ahnen-Erfahrung
Ahnenfigur
Ahnengeister
Ahnenglaube
Ahnenkult
Ahnenpfahl
Ahnenverehrung
Ahnfrau
Ahnung
Ahorn
Ah-Puch
Ahriman
Ahti
Ahu
Ahuna vairya
Ahura Mazda
Ahurani

Die fremdsprachigen Bezeichnungen einzelner Begriffe (vornehmlich englisch und italienisch) werden nur bei speziellen Fachbegriffen berücksichtigt. Weniger gebräuchliche Termini werden lediglich definiert, wie z. B.:

Ahmad ibn al-‘Arif. Sufi des 12. Jhs. und Verfasser des Buches Mahasin al-Madjalis über die Faszination der mystischen Erfahrung.
Lit.: Ibn al-‘Arif, Ahmad ibn Muhammad: Mahasin al-majalis: The attractions of mystical sessions. [Amersham]: Avebury, 1980.

Die gängigen Begriffe werden hingegen nach dem Schema: Begriff – Definition – Geschichte – Aktuelle Bedeutung – Literatur beschrieben. Die Beschreibung zielt dabei neben einer umfassenden Darstellung auf eine einprägsame Verständlichkeit ab, wie die folgende Darlegung des Begriffs „Ahnenverehrung“ zeigt:

Ahnenverehrung (engl. ancestor worship). Verehrung der Vorfahren. Die A. basiert auf dem > Ahnenglauben, der von der Einflussnahme der Ahnen auf die Lebenden ausgeht. Sie gestaltet sich von Kultur zu Kultur unterschiedlich, schließt in der Regel jedoch Gebete, inständiges Bitten und Opfergaben der Verbliebenen ein, die den Ahnen zu Ehren dargebracht werden und sie wohlwollend stimmen sollen. Die Annahme von der Einwirkung der Ahnen auf das hiesige Leben ist die Triebfeder jeglichen Ahnenkultes, wobei die Grenzen zwischen Kult und Verehrung unscharf gezogen sind. Dabei ist die Verehrung der Ahnen nicht auf die Vorfahren einer Familie beschränkt, sondern bezieht alle Toten einer Gemeinschaft, auch schon längst Verstorbene, mit ein (Ohm). A. kann als das Kernstück der Totenverehrung betrachtet werden.
Eine besondere Form der A. drückte sich in dem römischen „Recht auf Bilder“, ius imaginum, aus (> Manen). Vornehme römische Bürger konnten sich danach Wachsmasken von ihren Vorfahren anfertigen lassen, die dann von Schauspielern bei Bestattungen eines Familienmitgliedes getragen wurden. Diese Schauspieler, die außerdem die Kleider des betreffenden Ahnen trugen, gingen vor der Leiche her und sollten die Aufnahme des Verstorbenen in den Kreis darstellen. Auch bei den Germanen wurden die Ahnen hoch geschätzt, so dass diese sogar zu höheren Himmelsgöttern emporstiegen.
Masken haben besonders in Afrika sowie in Melanesien eine wichtige Funktion im Ahnenkult. Hier sind sie das Medium, durch das der Ahne sich ausdrücken, d. h. handeln und sprechen kann. Der > Ahnenglaube bleibt dabei auf dem Niveau der Verehrung stehen und geht nicht in Gottesanbetung über. Die Verbindung zum höchsten Wesen, dem Schöpfergott, bleibt unangetastet über der Gemeinschaft mit den Ahnen bestehen.
Im biblischen Israel gab es vermutlich keinen Ahnenkult, auch wenn > Totenbefragung praktiziert wurde (1 Sam 28, 7ff.; Jes 8, 19; 29, 4). Möglicherweise existierte jedoch in Kanaan, wahrscheinlich sogar in Mesopotamien, eine kultische Verehrung der Ahnen. Grundsätzlich lässt sich der alttestamentliche Glaube an Jahwe jedoch nicht mit einem solchen Kult vereinbaren (Lev 19, 28; Dtn 14, 1).
In Ägypten wurde der A. nach Ablauf der Periode des personenbezogenen Ahnenkultes in der dritten bis fünften Generation gewöhnlich durch kollektive Kultformen abgelöst. Spätestens für die römische Zeit verdichten sich die Belege einer andauernden Nutzung von Mumien im Ahnenkult (Fitzenreiter).
In Amerika spielt A. nur bei wenigen Völkern eine Rolle, am ehesten noch bei den Muisca Kolumbiens und den > Inka in den Anden Perus. Hier wurden den Verstorbenen Hilfsmittel auf die schwierige Reise ins Jenseits mit in das Grab gegeben, so z. B. Nahrung oder auch ein Hund, wie von den > Azteken bekannt ist. Auch Frauen oder Diener wichtiger Persönlichkeiten, wie etwa Fürsten, konnten diesem Zweck dienen und zur Verbesserung der Lebensbedingungen in der anderen Welt beitragen, d. h. sie wurden geopfert und gemeinsam mit dem verstorbenen Fürsten bestattet. In der nachklassischen Mayazeit war es Brauch, aus den Schädeln von Fürsten Masken herzustellen und zusammen mit Ahnenbildern aufzubewahren. In Nordamerika ist nur von den Zuni, einem Stamm der Pueblo, Ahnenkult bekannt. Sie nannten ihre > Ahnengeister Katchina und stellten sich dabei freundliche Wesen vor, die einmal im Jahr in ihr irdisches Heimatdorf zurückkehrten, um dort Gutes zu tun.
In Ostasien (China, Japan, Korea) ist die A. weit verbreitet und hat großen Einfluss auf das Gesellschafts- und Privatleben. Noch heute ist es in China, wo seit den Anfängen der Kultur A. geübt wurde, Sitte, aus Seidenpapier gebastelte prachtvolle Kleidchen, auch Geld und Tücher zu verbrennen – den Ahnen im Jenseits zur Ehre.
Für die Hindus wird die A. in den Kontext der Befreiung aus dieser Welt eingebunden, sie steht also nicht im Widerspruch zum > Reinkarnationsglauben. Durch eine besondere mit Opfern verbundene Zeremonie, sapindikarana, am 12. Tag nach dem Tod (bei bestimmten Kasten auch erst ein Jahr danach) gelangt der Verstorbene zu seinen Ahnen, ist nun selbst Ahne und hat damit Anspruch auf die Ahnenopfer. Diese Opfer sollen den guten Verlauf der Wiedergeburten fördern, den Ahnen ein glückliches Dasein im Jenseits ermöglichen, so dass diese wiederum den Lebenden hilfreich sein können (Hänggi, 35f. bzw. 34f.).

Lit.: Bertholet, Alfred: Wörterbuch der Religionen. Stuttgart: Kröner, 41985; Biardeau, Madeleine: Clefs pour la Pensée Hindoue. Edition Seghers, 1972; Bürkle, Horst: Ahnen, Ahnenverehrung. In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 1. Freiburg: Herder, 1993; Caland, W.: Die altindischen Toten- und Bestattungsgebräuche. Amsterdam, 1896; Eliade, Mircea: Die Religionen und das Heilige. Frankfurt a. M. u. a.: Insel, 1998; Frazer, Th.: The Believe in Immortality and the Worship of the Dead. 3 Bde. London, 1913–24; Hänggi, Hubert: Reinkarnation und Ahnenverehrung im Glauben der Hindus. In: Hubert Hänggi / Carl A. Keller u. a.: Reinkarnation – Wiedergeburt – aus christlicher Sicht. Zürich: Paulus Verlag, 1987, S. 25–37. Krickeberg, W. u. a.: Die Religionen des alten Amerika. Stuttgart: Kohlhammer, 1961; Müller-Ebeling, Claudia u. a.: Hexenmedizin. Aarau, CH: AT, 21999; Nötscher, Friedrich: Altorientalischer und alttestamentlicher Auferstehungsglauben. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1970; Ohm, Th.: Ahnen, Ahnenkult. In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 1. Freiburg i. Br.: Herder, 1986; Resch, Andreas: Fortleben nach dem Tode. Innsbruck: Resch, 41987 (Imago Mundi; 7); Waldenfels, Hans (Hg.): Lexikon der Religionen. Freiburg: Herder, 1987; Fitzenreiter, M.: Zum Ahnenkult in Ägypten, Göttinger Miszellen. Beiträge zur ägyptologischen Diskussion (1994) 143, 51–72.

An diesen zwei Beispielen lassen sich Art und Umfang des Lexikons leicht ausmachen.


Warnung
Die bei der Beschreibung einzelner Begriffe (z. B. Pflanzen, Therapieformen) gemachten Aussagen zu Gesundheit, Heilung, magischen Praktiken usw. sind rein geschichtlichen Inhalts und dürfen in keiner Weise als Unterlage für praktische Anwendungen verstanden werden. Dafür ist jeweils die aktuelle Fachberatung einzuholen. Der Autor übernimmt hier keinerlei Haftung.

Internet
Da die Arbeit im Bemühen um Vollständigkeit mehrere Bände umfassen wird, sind über das Internet schon jetzt die erstellten Begriffe zugänglich. Jedem steht es frei, Ratschläge und Ergänzungen kundzutun. Die Formulierung der Begriffe bleibt jedoch in der Hand der Redaktion, um die Einheitlichkeit zu wahren und unnötige Rechtsprobleme zu vermeiden.
Man erreicht das Lexikon über www.igw-resch-verlag.at/lexikon oder auch über die Suchmaschinen unter der Eingabe Lexikon der Paranormologie.


Resch, Andreas: Lexikon der Paranormologie. Band 1: A – Azurit-Malachit. Innsbruck: Resch, 2007, XII, 580 S., ISBN 978-3-85382-081-0, Ln, EUR 38.30 [D], 39.90 [A], SFr 44.00

Jeder Band ist für sich einzeln beziehbar, ohne Verpflichtung zur Abnahme der gesamten Bände.

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