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Schumacher: Hirntod

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SCHUMACHER, JOSEPH: Hirntod und Organtransplantation. ETHICA 21 (2013) 3, 243 – 282

Das neue deutsche Transplantationsgesetz vom 25. Mai 2012 – am 1. November 2012 ist es in Kraft getreten – ist bestimmt von dem Bestreben, möglichst viele Organspender zu gewinnen. Es argumentiert emotional, ist nicht besorgt um eine umfassende Information der Organspender und ist ausgesprochen transplantationsorientiert. 
Der Hirntod als Bedingung für die Entnahme lebensnotwendiger Organe ist ein juridisches Konstrukt, damit der Mediziner die Explantation straffrei vornehmen kann. Der Hirntote ist ein Sterbender, wenn er nicht gar, wie es nicht wenige Fälle belegen, seinen „Tod“ überlebt, also ein Patient ist, der potentiell wieder gesund werden kann. Die Entnahme seiner Organe ist daher entweder als Euthanasie zu qualifizieren oder als Tötung von Schwerkranken. Somit unterläuft sie das im Naturrecht verankerte Tötungsverbot, die Unantastbarkeit des menschli-chen Lebens, die in den allgemeinen Menschenrechten ihren Niederschlag gefunden hat. Die Behauptung, der Tod eines Menschen sei ein rein medizinisches Problem ist nicht haltbar, weil sie den Menschen in diesem Kontext im Grunde mit seinem Gehirn oder seinem Bewusstsein identifiziert, ihn auf seine Biologie reduziert.
Die Brüchigkeit des Hirntod-Konzepts erkennend, fordert man heute in wachsendem Maß das Abrücken von der „dead donor rule“ und den Übergang zu einer neuen Regel, die man als „justified killing“ bezeichnet. Die Entnahme lebensnotwendiger Organe von Hirntoten ist moralisch nicht zu rechtfertigen, weil die direkte Tötungshandlung an einem Menschen niemals legitim sein kann. Diese Maxime ist das Fundament der Rechtsstaatlichkeit. Die Transplantationsmedizin übersteigt daher die ethischen Grenzen, die dem Handeln des Menschen gegeben sind, weshalb hier ein Umdenken zu fordern ist, die Kirche sich zumindest distanzieren muss.

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