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Römelt: Sterbebegleitung

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RÖMELT, JOSEF: Ethik der Sterbebegleitung. Zwischen der Unverfügbarkeit des Lebens, dem Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen und der zwischenmenschlichen Solidarität. ETHICA 21 (2013) 3, 195 – 221

Nach christlichem Verständnis ist die Beziehung des Einzelnen zu sich selbst nicht eine Frage abstrakter Selbstbestimmung oder bloß blinder Selbsterhaltungszwänge, ja auch nicht gesellschaftlicher Interessen, sondern ein Verhältnis der Liebe. Die aus erfahrener Freundschaft (Gottes) geschenkte Selbstliebe erschließt eine Hoffnung, welche jede Dynamik der Selbstzerstörung selbst in scharfen Konflikten des Lebens überwindet. Dieser Gedanke traditioneller Theologie übersetzt sich im Kontext moderner freiheitlicher, von Grundrechten und menschenrechtlichen Bezügen her gestalteter Gesellschaft in eine Ethik der Sterbebegleitung im Horizont vielfältiger sozialer Einbindung und Kommunikation. Rechtsformen und Gestaltungen, welche die aktive Tötung eines Menschen (angesichts des Grenzfalles schlimmster Schmerzen und tiefer Belastungen durch Leid) ermöglichen, destabilisieren tendenziell die Solidarität und Kreativität, die mit allen Mitteln auch die beladendsten Situationen menschlichen Lebens gemeinsam zu erleichtern und mit Sinn zu erfüllen versuchen. Die juristische und moralische Fokussierung auf die Selbstbestimmung in der Bewältigung von Schmerz und Leid bringt eine Privatisierung dieser Erfahrung auf den Weg, welche die Anstrengung der Gemeinschaft begrenzt. Demgegenüber setzt der Verzicht auf jegliche Form aktiver Tötung eine umfassende technische, kulturelle und existenzielle Dynamik in Gang, welche sich mit aller Kraft der Entlastung in Schmerz und Leid engagiert. Der offene Horizont dieser Dynamik, obwohl er mit seinen Grenzen in Formen des Verzichts, der Akzeptanz natürlicher Verläufe und Begrenzung technischer Mittel sehr wohl eine Erfahrung von Endlichkeit und Grenze beinhaltet, ist der Stachel im Fleisch, der die Anstrengungen für den Schutz der Integrität des Menschen in seiner körperlichen Existenz um seiner liebenden Selbstbejahung willen und in diesem Sinne auch um seiner Selbstbestimmung willen (!) radikal wachhält und herausfordert.

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