IMAGO MUNDI

IGW - INSTITUT FÜR GRENZGEBIETE DER WISSENSCHAFT - RESCH VERLAG

HOME Main Menu Navigation Bottom

Suchformular

Main-Menu Navigation Bottom

Quade - Quinzani

Quade - Quinzani

Quade - Quinzani

Quade, Fritz (*1.03.1884 Stettin; † 21.02.1944 Bad Pyrmont), Chemiker (Dr. chem.), Patentanwalt, als Okkultist und Esoteriker ein Vertreter des magischen Realismus. Mit Dr. F. Schwab gründete er 1924 die „Akademische Ges. f. astrologische Forschung“; 1935 war er Vorsitzender der „Deutschen Ges. f. wissenschaftl. Okkultismus“. Durch Experimente mit Medien entwickelte sich bei Q. das Phänomen des Hellhörens. Die Stimmen dieser (dämonischen?) Wesenheiten, darunter auch eine, die sich als „Jesus“ ausgab, plagten ihn sehr, sodass er vor unkritischen spiritistischen Praktiken entschieden warnte.

W.: Die Jenseitigen. Berlin, o. J. (1920); Die Befragung der Jenseitigen. Pfullingen, o. J. (um 1921); Odlehre. Pfullingen, o. J. (1924); Die Naturordnung. Von der Mechanik zur Pneumatologie, Osiris Verl. 1958; Wunder – Werden – Widersacher, Pforzheim 1958; Hellsehen als Forschungsweg. In: Zschr. Merlin, Schriftenreihe für Grenzwissenschaften und Schicksalskunde, Folge 1 (1948).

Quadrini, Rosa (*1909; † 5.09.1981), Seherin von San Damiano bei Piacenza / Norditalien. Sie wurde am 29.09.1961, im Sterben liegend, von einer geheimnisvollen Besucherin geheilt, die um ein Almosen für P. Pio bat. Im Frühjahr 1962 besuchte Q. mit einer Pfarrwallfahrt P. Pio in San Giovanni Rotondo, wo sie dieser Frau wieder begegnete, die sich als ,Mutter des Trostes und der Betrübten‘ bezeichnete. Von P. Pio erhielt Q. den Auftrag, den Kranken geistlichen Beistand zu leisten. Am 16.10.1964 sah sie eine Marienerscheinung auf einem Birnbaum, der alsbald erblühte, obwohl er noch die Winterbirnen trug. In den nachfolgenden Jahren hatte Q. zahlreiche Erscheinungen, erhielt Botschaften und wunderbare Zeichen. Der Dorfpfarrer Edgardo Pellacani sprach sich für die Authentizität der Erscheinungen aus; kirchenamtlicherseits nicht anerkannt.

Lit.: Castella, A.: Maria erscheint in San Damiano, Hauteville 1985.

Quimby, Phineas Parkhurst (*16.02.1802 Lebanon, New Hampshire /  USA; † 16.01.1866 Belfast, Maine / USA), von Beruf Uhrmacher; gilt als „Erfinder“ des mentalen Heilens. Zwei Jahre nach seiner Geburt übersiedelten seine Eltern nach Belfast. Verheiratet mit Susannah Haraden, vier Kinder. Durch Charles Poyen, einen in die USA ausgewanderten Mesmerschüler, kam Q. mit dem Mesmerismus in Berührung, den er bei Dr. Collyer studierte. 1838 gab er die Uhrmacherei auf, 1847 auch den praktizierten Mesmerismus, und widmete sich seiner eigenen Heilmethode, dem mentalen Heilen. Die Beschäftigung mit dieser Heiltätigkeit gründete in der Erfahrung seiner Selbstheilung von Tbc ohne ärztl. Behandlung. Nach seiner modern anmutenden Auffassung („Positives Denken“) seien Krankheiten nämlich Folgen negativen Denkens. Die sog. Neugeistbewegung (New Thought) führt ihren Ursprung u. a. auch auf Q. als Vordenker zurück, der seinerseits durch die sog. ,Mind cure‘ des Swedenborgianers Warren Felt > Evans beeinflusst war. Von Q. stammt der Ausdruck „Christian Science“. Aber erst seine frühere Schülerin (seit 1862) Mary > Baker-Eddy gründete die Vereinigung „Christliche Wissenschaft“ (Church of Christian Science). Baker-Eddy wurde von Julius (1838 – 93) u. Annette Dresser beschuldigt, Q.s Ideen als ihre eigenen ausgegeben zu haben. Dresser war der autorisierte Nachfolger Q.s. Q. selbst veröffentlichte zu Lebzeiten keine Schriften. Die Abschriften seiner Lehren und Praktiken zirkulierten unter seinen Schülern, die sie erst nach seinem Tod publizierten.

W.: Quimby Manuscripts, ed. by H. W. Dresser, N. Y. 1921; Phineas Parkhurst Quimby: The Complete Writings, ed. by Ervin Seal, 1988.

Lit.: Evans, W. F.: The Mental-Cure, illustrating the influence of the mind on the body, both in health and disease, and the psychological method of treatment, Boston / Mass. 41875; Dresser, J. A.: The True History of Mental Science, Boston, Mass., 1887; Dresser, Annette G.: The Philosophy of P. P. Quimby, Boston 1895; Dresser, Horatio W.: A History of the New Thought Movement, London 1919; Braden, Charles S.: Spirits in Rebellion, Dallas / Texas 1963; The Healing Wisdom of Dr. P. P. Quimby, ed. by Mason Alonzo, Los Altos, Calif., 1982; Dresser, H. W.: Gesundheit und das innere Leben. Eine historische Studie der geistigen Heiltheorien, nebst einer Lebensbeschreibung Dr. Q.s, des Begründers der geistigen Heilbehandlung, Leipzig 1907.

Quincey, Thomas de (*15.08.1785 Manchester / GB; † 8.12.1859 Edinburgh), drogensüchtiger engl. Schriftst., Journalist, erster Opiumkonsum in London 1804; führte ein unstetes, abenteuerliches und von Armut begleitetes Leben. Trotz seines intensiven Opiumkonsums publizierte Q. zahlreiche Werke.

W.: Confessions of an English opium-eater (dt.: Bekenntnisse eines englischen Opiumessers), erschien zuerst im London Magazine 1821, 1822 als Buch.

Literarische Portraits: Schiller, Herder, Lessing, Goethe. Aus dem Englischen übersetzt, kommentiert und hrsg. von Peter Klandt. Hannover: Revonnah Verlag, 1998.

Quintscher, Friedr. Wilhelm (*3.10.1893 Nossen; † 8.05.1945 Seichau an der Jauer, Schlesien), Pseudonyme: Ram Ophias, Rah-Omir, Chakum Kabbali, Fredo von der Welt. Okkultist, dem Adonismus (angebl. vom Orient hergeleitete Geheimlehre) nahestehender Schriftst.; Freund von F. > Bardon und > Musallam, Gründer des Ordens mentalischer Bauherren, des Arbeiter-Freimaurerbundes (1921), der Afrikanischen Bauherrenloge, der Johannisbrüder u. a. esoter. Gruppen. Hrsg. d. Zschr. Erdbruderschaft, Nachrichtenblatt zur Pflege natürlich-mystischer Weltanschauung (Dresden, 1932, 4 Ausgaben). Q. wurde angeblich von den Nazis verhaftet und erschossen.

W.: Ram Ophias: Das Buch der Magischen Praktik, o. O. u. J. (Dresden); Jünger des Meisters. Der Weg zur königlichen Kunst. Trier: Schließfach, 1922; Die afrikanische Bauherren-Loge. Die mystische Geschichte eines Wahrheitssuchers. Trier: Schließfach, 1922; Denurische Schriften. Memmingen: Uranus, o. J.; Adonismus – Das Urwissen der Menschheit. Bd. 3, Die Bibel des Adonis & Das Buch der Formeln, Schleierwelten-Verlag 2004; Adonismus – Das Urwissen der Menschheit, Bd. 4, Magismus, die Ägyptischen Offenbarungen & Buch Gayulchayur, Schleierwelten-Verlag 2005; Adonistische Astromagie – Astromagisches Lehrbuch, Schleierwelten-Verlag 2006; Sonnen-, Mond- und Erdmagie, Schleierwelten-Verlag 2006; Die Essenz der Magie – Einweihungsschrift und Arbeitsbuch, Lama Wulang, Schleierwelten-Verlag 2007; Magischer Schriftwechsel des Ophias, Schleierwelten-Verlag 2007.

Lit.: Serrano, Miguel: Das Goldene Band – Esoterischer Hitlerismus, Wetter 1987.

Quinzani, Stefana (*5.02.1457 Orzinuovi bei Brescia / I; † 2.01.1530 Soncino), sel. (1740, Fest: 2. Januar), stigm. ekstat. Myst., Büßerin, hatte schon als siebenjähriges Mädchen eine Christuserscheinung, der weitere, zusammen mit verschiedenen Heiligen, folgten. Von einem Dominikaner geistlich begleitet, erkannte sie ihre Berufung in der Passionsnachfolge Jesu. 1471 ging Q. als Hausgehilfin nach Crema und wurde dort um 1500 Dominikanertertiarin. In Soncino bei Cremona gründete sie ein Dominikanerinnenkloster, das sie als Äbtissin leitete. Vier Jahrzehnte hindurch – ab Karfreitag 1489 – ertrug sie die Passion Christi in den Freitagsekstasen mit äußerlich sichtbaren Zeichen des Todeskampfes.

Lit.: Lindner, C.: Una grande mistica del Rinascimento. La beata S. Quinzani e i suoi rapporti con Reggio Emilia. In: Emilia storica letteraria, 1965; Zarri, G.: Le sante vive. In: Annali dell’Istituto storico 6, 1980, 71 – 445.