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O'Donnell - Oxon

O'Donnell - Oxon

 O'Donnell - Oxon

O’Donnell, Elliott (*7.02.1872 Bristol; † 8.05.1965), brit. Autor von zahlreichen Spuk- u. Geisterbüchern; entstammte einer alten irischen Familie, von der er behauptete, dass sie von ihrer eigenen Banshee (Todesfee) heimgesucht wurde. Sammler von „Geisterfotografie“, besuchte viele Spukorte. Nach seiner Ausreise in die USA wurde er 1894 in der Zeit des Eisenbahnstreiks Polizeibeamter von Chicago. Während des Ersten Weltkriegs diente er in der britischen Armee.

W.: Some Haunted Houses in England and Wales, 1908; Twenty Years' Experiences of a Ghost Hunter, London 1917; The Banshee, 1923; Dangerous Ghosts, 1954.

Oberlin, Johann Friedrich (*31.08.1740 Straßburg / F; † 1.06.1826 Waldersbach / Vogesen), Visionär, Jenseitsforscher, engagierter evangel. Pastor, Erfinder des Kindergartens. O. wurde als fünftes von zehn Kindern geboren, der Vater war Prof. am Gymnasium in Straßburg. Vom Vater seiner Mutter Maria Magdalena sagte man, dass er visionäre Erlebnisse gehabt und auch den Zeitpunkt seines Todes vorausgesagt habe. 1755 Studienbeginn in Straßburg, dort 1763 Magister, besuchte auch naturwissenschaftliche Vorlesungen; ab 1766 ev. Pfarrer in Waldersbach im Steintal / Vogesen, wo er unter der armen Bevölkerung eine grundlegende sozialökonomische und sozialpädagogische Tätigkeit entfaltete („Vater des Steintals“). O. stand auch in Kontakt mit Chr. Lavater. Seine Frau Magdalene Salome geb. Witter (1747 – 18.01.1783) starb nach der Geburt ihres neunten Kindes. Nach seinen Angaben sei er in einem postmortalen visionären Kontakt gestanden; sie sei ihm neunmal erschienen und habe ihm Ratschläge gegeben und ihn vor Gefahren gewarnt. O.s Grab befindet sich in Fouday. Ein Museum im Pfarrhaus zu Waldersbach dokumentiert sein Wirken.

W.: J. F. O., Pfarrer im Steintal, vollständige Lebensgeschichte und gesammelte Schriften. Hrsg. v. Dr. Hilpert, Stöber u. a. Mit Berücksichtigung aller Hülfsmittel zusammengestellt u. übertragen von W. Vurckhardt, Pfarrer. 4 Teile, Stuttgart 1843.

Lit.: Psczolla, Erich: Aus dem Leben des Steintalpfarrers Oberlin, 1987.

Ochorowicz, Julian Leopold (*23.02.1850 Radzymin / Polen; † 1.05.1917); Phil., Pps., 1873 Dr. phil., Univ. Leipzig; 1892 Heirat mit Maria Lescynska; Mitbegründer des Psycholog. Instituts der Univ. Warschau; 1881 Dozent für Psychologie und Naturphilosophie und Medialität (> Paladino). Während seiner Jahre in Paris war er ab 1907 in der Leitung des Institut General Psychologique tätig. Mitglied der SPR und anderer pps. Gesellschaften. Als Dichter benützte er das Pseudonym Julian Mohort.

W.: Wstęp i pogląd ogólny na filozofię pozytywną (Einführung und allgemeiner Überblick über die Positive Philosophie, 1872) und Jak należy badać duszę? (Wie soll man die Seele erforschen?, 1869); De la suggestion mentale, Paris 1887; Hypnotisme et Mesmerisme, 1911; Mediumistic Phenomena, 1913.

Oesterreich, Traugott Erdmann Konstantin (*15.09.1880 Stettin; † 28.07.1949 Tübingen), nach der Kindheit in seiner Heimat aufgewachsen in Berlin, 1899 /1900 Beginn des Studiums der Mathematik und Naturwissenschaften sowie der Philosophie und Psychologie an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, Promotion 1905, Dr. phil. (Kant und die Metaphysik), 1910 Habilitation für Philosophie in Tübingen, 1912 Heirat mit Dr. phil. Maria Raich; 1922 Prof. f. Philos. in Tübingen bis zur Zwangsemeritierung 1933 (da seine Frau Jüdin war), Wiedereinsetzung 1945 – 47. Untersuchungen der Medien K. > Goligher u. St. > Tomczyk, experimentierte auch mit Maria > Silbert und Willy > Schneider. Die von ihm geplante Errichtung eines „Deutschen Zentralinstituts f. PPS“ kam nicht zustande. Oe. erkannte als erster deutscher Univ.-Prof. die Realität pn. Phänomene an und setzte sich für ihre Erforschung ein.

W.: Die Besessenheit, 1921; Grundbegriffe der Parapsychologie, Pfullingen 1921; Der Okkultismus im modernen Weltbild, Dresden 31923; Die philosoph. Bedeutung der mediumistischen Phänomene, Stuttg. 1924; Die Probleme der Einheit und der Spaltung des Ich, Stuttg. 1928. Die Spaltung der Persönlichkeit, hrsg. v. M. und W. Fr. Prince, Stuttg. 1932.

Lit.: Oesterreich, Maria: Traug. Konst. Oesterreich, „Ich“-Forscher und Gottsucher. Lebenswerk und Lebensschicksal. Stuttg.: Frommann, 1954.

Oetinger, Friedrich Christoph  (*2.05.1702 Göppingen; † 10.02.1782 Murrhardt / D), christl. Kabbalist, evangel. Theologe pietistischer Richtung, Theosoph, Visionär, Prediger (er soll nachts den ihm erscheinenden Geistern zum Fenster hinaus gepredigt haben). Seine von Jakob > Böhme u. J. A. Bengel inspirierten Schriften übten großen Einfluss auf die Philosophen Schelling und Hegel sowie auf die Anthroposophen aus.

W.: Die unerforschlichen Wege der Herunterlassung Gottes (1735, über M.-M. Alacoque); Swedenborgs u. andere irdische u. himmlische Philosophie zur Prüfung des Besten ans Licht gestellt, Frankf. / Leipz. 1765.

Lit.: Auberlen, Carl Aug.: Die Theosophie Fr. Chr. Oetinger’s nach ihren Grundzügen, Tübingen 1847, Basel 1859.

Ohlhaver, Hinrich (*3.10.1868; † 7.01.1950), Autor spiritistischer Weltanschauung, seine Frau geb. Tampke (*31.03.1866; † 16.12.1951) war ein bedeutendes Materialisationsmedium.

W.: Die Toten leben! Eigene Erlebnisse auf dem Gebiet der Materialisation, Hamburg 1917, Meisbach 1986; Die Toten sind nicht tot. Melsbach / Neuwied: Die Silberschnur, 1987.

Olcott, Henry Steel (*2.08.1832 Orange /New Jersey, USA; † 17.02.1907 Adyar / Madras, Indien), Autor, Mitbegründer der neuindischen Theosophie; aufgewachsen in N. Y. City, arbeitete mit 17 Jahren auf einer Farm in Elvira, Ohio, bei seinen Onkeln, die ihn sowohl in die Landwirtschaft als auch in den Spiritismus einführten. O. reiste nach New Jersey, um auf der Musterfarm von Prof. J. J. Mapes landwirtschaftl. Chemie zu studieren. 1855 eröffnete er seine eigene Schule und verfasste in den vier Jahren ihres Bestehens einige Bücher. Sodann Übersiedlung nach N. Y. City, wo er für die New York Tribune die landwirtschaftl. Sparte bearbeitete; 1860 Heirat mit Mary Eplee Morgan, später von ihr geschieden). Im Sezessionskrieg der USA 1862 war er erfolgreicher Oberst im Einsatz gegen Korruption und Profitmacher; nach Kriegsende Jus-Studium und Anwalt in New York. Als Reporter des New York Daily Graphic untersuchte er die spiritistischen Phänomene der Brüder Eddy (Chittenden, Vermont). Bei einem zweiten Besuch begegnete er 1874 H. P. > Blavatsky. Nach seiner Rückkehr nach N. Y. schrieb er ein Buch über seine Erlebnisse und schloss sich dem Zirkel (Miracle Club) um Blavatsky an. 1875 gründete er mit ihr u. William Q. > Judge die Theosophical Society (TG), zu deren 1. Präs. er gewählt wurde. 1878 / 79 reisten O. und Blavatsky nach Indien, wo sie sich in Bombay niederließen. 1879 erschien die Zeitschrift The Theosophist. Olcotts „Buddhist Catechism“ galt lange Zeit hindurch als eine der populärsten Einführungen in den Buddhismus in englischer Sprache. In Ceylon 1880 formelle Konversion zum Buddhismus. Da O. eine Plattform für die verschiedenen buddhistischen Gemeinschaften schaffen wollte, arrangierte er 1891 ein Treffen in Adyar, wo er mit Blavatsky das Zentrum der Ges. aufbaute. Ceylon (Sri Lanka) verewigte O. sogar auf einer 15 Cent-Briefmarke.

W.: People from the Other World, Hartford,  Conn., 1875; The  Buddhist Catechism, 1881, Adyar 1947 (dt.: Buddhistischer Katechismus, Leipz. 1902, 1984); Old Diary Leaves, 6 vol., Adyar 1972 – 75; Human Spirits and Elementaries, New York 1985.

Lit.: Ransom, Josephine: A Short History of the Theosophical Society, Adyar 1938; Murphet, Howard: Hammer on the Mountain, Wheaton, Ill., 1972; Campbell, Bruce F.: Ancient Wisdom Revived, Berkeley, Calif., 1980; Meade, Marion: Madame Blavatsky, N. Y. 1980; Wiesberger, Hella (Hrsg.): Zur Geschichte u. aus den Inhalten der ersten Abt. der Esoterischen Schule, Dornach,1984.

Old, Walter Richard > Sepharial.

Olsen, Rolf (*26.12.1919 Wien; † 3.04. 1998 Sarnberg), Schauspieler, Filmregisseur von „Reise ins Jenseits“ (Dokumentation paranormaler Phänomene in Zusammenarbeit mit A. > Resch) und von „Shocking Asia“. Über das Phänomen der Tonbandstimmen (F. > Jürgenson, K. > Raudive) wurde von ihm ein Video produziert: „Die Brücke zur  Unsterblichkeit“ (The Gate to Eternity).

Oppel, Adolf Martin, Pseud. A.M.O. (1840 – 1923), myst.-theosophischer Schriftsteller, der in seinen Werken, die er selbst verlegte, an Emanuel > Swedenborg und > Bô Yin Râ anknüpfte.

W.: Zu „Flita“. Lorch-Württemb.: Renatusverl., 1910; Okkultismus und Mystik. Leipzig: Theos. Verlagsh., 1910; Der Denker. Leipzig: Theosoph. Verlagsh., 1910; Der mystische Mensch. Leipzig: Vollrath, 1919; Das Adeptenbuch. Leipzig: Theosoph. Verlagsh., 1922; Mystische Wertungen. Leipzig: A. M. O. Verl., 1931; Praktische Mystik. Ein erprobtes Schulb. Leipzig: A. M. O. Verl., 1934.

Oriol > Joseph Oriol.

Orione, Don Luigi (*23.06.1872 Pontecurone bei Tortona / I; † 12.03.1940 San Remo), hl. (2004, Fest: 12. März), gründete 1903 die Kongregation der Eremiten der göttlichen Vorsehung (Figli della Divina Providenza) und 1915 die Kongregation der Kleinen Missionsschwestern der Caritas. 1965 war sein Leichnam im Santuario Madonna della Guardia in Tortona (via Postumia, 4) noch völlig unverwest.

Lit.: Resch, Andreas: I Santi di Giovanni Paolo II 1982 – 2004. Innsbruck: Resch, 2009, S. 419 – 422.

Orlach, das Mädchen von > Gronbach, M.

Osanami, Tosie (* ca. 1862; † 1907 Japan), außergewöhnliches Medium und Heilerin, deren angeborene paranormale Fähigkeiten in ihrer Familie und in ihrem Freundeskreis um 1892 bekannt wurden. Sie gab auf Fragen in leichter Trance Auskunft über zukünftige Ereignisse, so z. B. über den chinesisch-japanischen Krieg von 1893. Man konnte auch verschiedenartige Musik über ihrem Kopf vernehmen, wenn sie in Trance war. Außergewöhnlich waren ihre von den Menschen erbetenen Apporte. Patienten brachten ihre eigenen leeren Fläschchen (zuweilen bis zu vierzig) mit, die sie vor ihrem Shinto-Schrein aufstellte und davor zehn Minuten betete. Sodann füllten sich diese mit Medizinen in verschiedenen Farben je nach den entsprechenden Krankheiten. Als diese Phänomene durch Tratsch in der Stadt Turuaoka bei der Präfektur von Akita bekannt geworden waren, wurde O. zweimal wegen des Verdachts auf Betrügerei eingesperrt. Als sich diese Phänomene aber auch im Gefängnis wiederholten, kam sie wieder frei. 1900 übersiedelte sie zu ihren Brüdern nach Osaka. Als die Zeitung ,Osaka Asahi‘ über ihre Fähigkeiten berichtete, kam sie daraufhin wieder mit der Polizei in Konflikt. Als Schwindlerin angeklagt, demonstrierte O. vor den staunenden Augen des Richters und der Gerichtsoffiziale in Kobe, wie sich ein leeres verschlossenes Fläschchen mit einer bräunlichen flüssigen Medizin füllte. Daraufhin wurde die Anklage zurückgezogen.

Osanna Andreasi v. Mantua (*17.01.1449 Mantua; † 18.06.1505 ebd.), sel. (Kultbestätigung 1694 / 95), Dominikanerterziarin u. später Dominikanerin, stigmatisierte Ekstatikerin, Visionärin, Charismatikerin; Leib unverwest, 1814 Übertragung der Reliquien in die Kathedrale, die Stigmen waren noch erkennbar. Die letzte Untersuchung erfolgte 1965; Grabstätte: Santuario Casa della Beata Osanna, via Pietro Frattini, Mantua.

Osborne, Arthur (1906 –1970), Biograf und Übersetzer der Werke von Sri > Ramana Maharshi ins Englische, dessen Schüler O. war. Studium in Oxford, Lehrer in Polen, später Englischlehrer in Bangkok, ging dann mit der Familie nach Thailand (damals Siam) – Anfang der 40er Jahre stieß er auf Schriften und Fotos von Ramana Maharshi. 1941 Reise nach Indien auf der Suche nach einem Guru. Bedingt durch die Kriegssituation reiste O. allein zu seiner Arbeit nach Bangkok zurück und ließ Frau und Kinder bei einem Freund in Tiruvannamalai. Als 1941 die Japaner Siam besetzten und die Europäer zunächst unter Hausarrest gestellt wurden, erhielt er von seiner Frau einen Brief mit der Mitteilung, dass die beiden Kinder Catherine und Adam zu Sri Ramana gegangen seien und ihn gebeten hätten, ihren Vater heil zurückzubringen. Der Maharshi habe gelächelt und genickt.

Während seiner Internierung beschäftigte sich O. mit Astrologie. Als er später zu Sri Ramana kam, gab er die Astrologie wieder auf. 1945 ergaben sich die Japaner. O. war nach 3 1/2 Jahren Gefangenschaft frei und reiste nach Tiruvannamalai. Nach einer ersten, eher ernüchternden, Begegnung hatte O. am Kartikai-Fest (Lichtfest auf dem Arunachala) durch den Blick von Ramana eine Art Initiationserfahrung, die seine Einstellung veränderte. Ende 1948 fand O. in Madras eine Anstellung als Assistent des Herausgebers einer Zeitung. 1953 nahm er die Stelle eines Schulrektors in Kalkutta an. In dieser Zeit schrieb er die erste vollständige Ramana-Biografie, Ramana Maharshi and the Path of Self-Knowledge, übersetzte dessen Werke und gründete 1964 zusammen mit Sri V. Ganesan (Sri Ramanas Großneffe) die Ashram-Zeitschrift The Mountain Path. Er verfasste auch eine Biografie über Sai Baba.

O. wurde im Garten seines Hauses in Tiruvannamalai begraben. Nach seinem Tod fand seine älteste Tochter Catherine in einem alten Koffer unveröffentlichte Manuskripte, darunter auch seine Autobiografie. Sie übergab das Material dem Ramana-Ashram, der es unter dem Titel My Life and Quest veröffentlichte.

W.: Ramana Maharshi and the Path of Self-Knowledge, London 1954; The Incredible Sai Baba, Hyderabad 1957, London 2000; The Rhythm of History, Calcutta 1959; Ramana Maharshi und der Weg der Selbsterkenntnis, München-Planegg 1959; Buddhism and Christianity in the Light of Hinduism, London 1959, Tiruvannamalai 1996; The Collected Works of Ramana Maharshi, London 1959, rev. ed. Tiruvannamalai 92004; Das sonderbare Leben eines indischen Fakirs, Wuppertal 1970; Ramana Arunachala: Seven essays on Bhagavan Sri Ramana Maharshi, Tiruvannamalai 71997; For Those with Little Dust: Pointers on the Teachings of Ramana Maharshi, Carlsbad 2001; My Life and Quest, Tiruvannamalai 2001; The Teachings of Bhagavan Sri Ramana Maharshi in His Own Words, London 1962, Tiruvannamalai 2002. 

www.ramana-maharshi.org (offizielle Homepage des Ramana-Ashram).

Osho > Rajneesh, Bhagwan Shree.

Osis, Karlis (*27.12.1917 Riga, Lettland; † 26.12.1997), einer der bedeutendsten amerik. Pps., erwarb 1950 in München als einer der ersten Akademiker den Dr. phil. mit einer Arbeit über ein parapsychologisches Thema. 1951 – 57 Mitarbeiter von J.  B. > Rhine an der Duke University, sodann Forschungsdirektor an der Parapsychology Foundation in New York; 1962 – 75 Forschungsdirektor der ASPR, Erforscher der AKE (Außerkörperliche Erfahrung) und der Nahtoderfahrungen, 1962 Leiter der SPR; untersuchte in den späten 1970er Jahren mit Erlendur > Haraldsson auch die Phänomene von > Sai Baba.

W.: Osis, K. / E. Haraldsson: At the Hour of Death, N. Y. 1986 (dt.: Der Tod – ein neuer Anfang. Freiburg: Bauer, 1989).

L.: Nachruf in der Zeitschrift Wegbegleiter III (Sept. 1998) 5, 199 ff.

Osmond, Humphrey (*1.07.1917 Surrey; † 6.02.2004 Appleton), brit. Psychiater, der sich namentlich mit der Wirkung von psychotropen Substanzen auf die menschliche Psyche und damit mit der pharmazeutischen Behandlung von Psychosen befasste. Nach dem Besuch der Haileybury-Schule in Hertfordshire und dem Studium der Medizin in der Hospital Medical School am King’s College, London, wurde er Militärarzt bei der Marine. Nach Kriegsende Forschungsarbeit an der St. George’s Universität London und in den 1950er Jahren Forschungstätigkeit am Weyburn Mental Hospital in Saskatchewan in Kanada. O. entdeckte u. a. Parallelen zwischen den Symptomen der Schizophrenie und der Wirkung von Halluzinogenen. Von O. stammt in der Folge einer Diskussion mit Aldous > Huxley nach dessen Selbstversuchen mit Meskalin der Ausdruck ‚psychedelic’ (anstelle des vom Psychiater Paul Hoch geprägten und bislang verwendeten Terminus psychotomimetisch).

W.: The Hallucinogens, 1967; Psychedelics: The Uses and Implications of Hallucinogenic Drugs (Hg.), 1971; How to Live With Schizophrenia, 1974; Osmond, H. / Bernard Aaronson: Psychedelics: The Uses and Implications of Hallucinogenic Drugs. Garden City, New York: Anchor Books. Double Day and Company, Inc., 1970.

Lit.: Nachruf von Abram Hoffer in The Guardian vom 26. Februar 2004.

Ossowiecki, Stefan (1877 – 1944), polnischer Ingenieur, namhaftes Medium, Hellseher und Psychometer. Er konnte in verschlossenen Paketen enthaltene Informationen, auch aus großer Entfernung, lesen bzw. erkennen, ebenso charakteristische Angaben über die Geschichte der Objekte bzw. über die betreffenden Personen machen, die diese Dinge eingepackt hatten. Zu Freunden sagte er, dass nach seinem Tod sein Leichnam nicht gefunden würde. Tatsächlich blieb sein Leib verschollen. Wahrscheinlich wurde O. während des Warschauer Aufstands am 5. August 1944 durch die Gestapo ermordet.

Lit.: Besterman, T.: Collect Papers on the Paranormal, N. Y. 1968; Schwartz, S.  A.: The Secret Vaults of Time: Psychic Archaeology and the Quest for Man’s Beginnings, N. Y. 1978; Barrington, Mary Rose / Ian Stevenson / Zofia Weaver: A World in a Grain of Sand: The Clairvoyance of Stefan Ossowiecki. Jefferson, NC/London: McFarland, 2005.

Ostwald, Wilhelm (*2.09.1853 Riga; † 3.04.1932 Großbothen bei Leipzig), Chemiker (Nobelpreis 1909), Pionier der Parapsychologie in Frankreich, Autor; wirkte 1901–1924 als Arzt in Jouet sur L’Aubois, sodann Direktor des Institut Métapsychique in Paris.

Bei der Untersuchung (zus. mit seinem Sohn Marcel) des Mediums Rudi > Schneider 1931/32 setzte er erstmals in der Geschichte der pn. Forschung infrarote Strahlengürtel ein.

W.: Die Forderung des Tages. Leipzig: Akad. Verlagsges., 1911; La connaissance supranormale, 1925; Pascal Forthuny, 1932; Les pouvoirs inconnus de l’esprit sur la martière, 1932.

Osty, Eugene (*16.05.1874; † 20.08.1938 Paris), Dr. med., französ. Arzt, Pps., Autor, Nachfolger von Gustave > Geley als Direktor des Institut Métapsychique 1924. Über das Studium der Chirologie kam er zur Untersuchung der pn. Phänomene bei Medien (namentlich Guzyk, R. Schneider).

Von Bedeutung für die Absicherung gegenüber Betrug bei spiritistischen Medien ist seine Anfang der 30er Jahre praktizierte Kontrolle mittels Infrarot- und UV-Licht.

W.: La connaissance supra-normale, Paris 1925; Les pouvoirs inconnus de l’ésprit sur la matière, Paris 1932.

Ouspensky, Peter Demianowitch (*5.03.1878 Moskau; † 2.10.1947 London), russ. Mathematiker, Philos., enger Mitarbeiter > Gurdjieffs (1915) bis zum geist. Bruch 1924.

W.: Tertium Organum, 1911, 1923, München 1973; Gespräche mit dem Teufel, Freiburg 1976; Ein Schlüssel zu den Rätseln der Welt; Auf der Suche nach dem Wunderbaren, München 1978; Der vierte Weg; Das seltsame Leben des Ivan Osokow (sic?), Basel 1984.

Owen, George Vale (*26.06.1869 Birmingham; † 8.03.1931), zunächst anglikanischer Geistlicher, Spiritist, Autor, automatisches Schreibmedium. Nachdem seine auf diese Weise produzierten Kundgaben in der Zeitung Weekly Dispatch publiziert worden waren, wurde er aus dem kirchlichen Dienst entlassen.

Gründer einer eigenen Kirche. Hielt Vortragsreisen in Amerika und England, schloss sich einer spiritistischen Gemeinschaft in London an und publizierte mehrere einschlägige Bücher.

W.: What Happens After Death. London: Hutchinson & Co., 1924; Life Beyond the Veil (5 Bde.), London 1926.

Owen, Robert Dale (*7.11.1801 Glasgow; † 24.06.1877 Crosbyside, Lake George, N. Y.), Sozialreformer, demokratischer Politiker, Gegner der Sklaverei, spiritistischer Autor; Schulbesuch in Hofwyl bei Bern, Schweiz, 1820 – 1823; 1825 Übersiedlung mit seinen Eltern in die USA nach Posey County, Indiana, um seinem Vater am Aufbau der utopischen „New Harmony“ zu helfen. Da diese Gemeinschaft zerfiel, kehrte er zur weiteren Ausbildung wieder nach Europa zurück und reiste 1827 abermals in die USA. Gründer und Herausgeber des Free Enquirer in New York von 1828 – 1832. 1853 –58 Botschafter der USA in Neapel.

1853 kam O. mit Spiritisten in Kontakt und wurde deren fragwürdiger literarischer Verfechter. Nach Behauptung der britischen Spiritualists National Union habe das Medium Emma Hardinge > Britten die „seven principles“ des Spiritismus durch Owen erhalten.

W.: Footfalls on the Boundary of Another World, 1859; The Debatable Land Between this World and the Next, 1872; Threading my Way, Twenty-seven Years of Autobiography, London 1874.

Lit.: Leopold, Richard William: Robert Dale Owen. A Biography. Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 1940. Reprint, New York: Octagon Books, 1969; Pancoast, Elinor /Anne E. Lincoln: The Incorrigible Idealist: Robert Dale Owen in America. Bloomington, Ind.: Principia Press, 1940.

Owens, Ted (1920 –1987) selbsternannter amerikanischer Psychokinetiker und Mitglied der ,Mensa‘. O. behauptete, in Kommunikation mit Außerirdischen zu stehen, die er als höhere Wesen reiner Energie beschrieb. Er könne UFOs über ausgewählten Gebieten erscheinen lassen sowie Erdbeben auslösen. Diese Fähigkeiten hätte er von Wesen aus anderen Dimensionen erhalten (Space Intelligences). Tatsächlich tätigte er bei mehreren Gelegenheiten erfolgreich Vorhersagen betr. unerwartete Wetterveränderungen, wie Dürre, Überschwemmungen, Stürme u. dgl. 1985 rief er zwei seiner Korrespondenten an, um sie zu warnen, dass der nächste Flug des ,space shuttle‘ ein Misserfolg werden und das Shuttle zerstört würde, außer die Regierung komme seiner Forderung nach einem Landeplatz für UFOs nach. Bekanntlich explodierte die ,Challenger‘ bald nach ihrem Abheben, wobei alle sieben Besatzungsmitglieder umkamen.

W.: How to contact Space People. Clarksburg, W. V.: Saucerian Press, 1969; Flying Saucer Intelligences Speak. Clarksburg, W. V.: Saucerian Press, 31979.

Lit.: Mishlove, J.: The PK Man: A True Story of Mind Over Matter. Charlottesville, VA, 2000.

Oxon, M. A. (Pseud.) > Moses, Stainton.