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Naegeli-Osjord - Nowicki

Naegeli-Osjord - Nowicki

 Naegeli-Osjord - Nowicki

Naegeli-Osjord, Hans (*17.01.1909 Zürich; † 25.10.1997 Muri / CH ), Psychiater, Pps. N. entstammte einer Ärztefamilie. Durch das Studium von Spuk- und medialen Phänomenen kam er als Arzt und Psychologe von aus einer rein naturwissenschaftlichen Sicht zu einer erweiterten Weltsicht im Sinne der Parapsychologie. Nach dem Abitur 1927 in Zürich studierte er in Lausanne, Rom, Hamburg, München und Zürich Medizin; Dr. med. Zürich, 1933, Ende 1940 Eröffnung einer Privatpraxis als Psychiater. 1952 Gründungsmitglied der Schweizer Parapsycholog. Ges. (SPG), 1956 deren Vizepräs., 1958 – 1980 Präs.; 1960  – 1970 Vorstandsmitglied der Schweizerischen Ges. f. prakt. Psychol. (SGPP). N. unternahm zahlreiche Studienreisen in das Ausland, verbunden mit Vorträgen (IMAGO MUNDI-Kongresse), nach Brasilien (1967) und auf die Philippinen. Von ihm stammt der Ausdruck „Analogiekausalität“ anstelle des Begriffs der Synchronizität im Sinne von C. G. Jung. N. erhielt zahlreiche Ehrenmitgliedschaften parapsycholog. Gesellschaften.

W.: Die Logurgie in den Philippinen. Remagen: Otto Reichl, 21982; Besessenheit u. Exorzismus. Remagen: Otto Reichl, 1983; Umsessenheit u. Infestation. Die leichteren Formen der Besessenheit. Frankfurt: R. G. Fischer, 1994.

Lit.: Nachruf von A. Resch, GW 46 (1997) 4, 370 ff.

Naumow, Eduard (*1932; †), Ingenieur und wohl einer der bekanntesten russischen Pps., der auch mit wsestlichen Wissenschaftlern Kontakte hatte. Mit der paranormal begabten Nina > Kulagina führte N. psychokinetische Experimente durch. 1974 wurde er zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Daran war angeblich auch ein negatives Gutachten des Psychiaters Andrej Sneschnewskij schuld (worin die Parapsychologie als Pseudowissenschaft hingestellt wurde). Nach einem Jahr wurde N. jedoch begnadigt. In den 1990er Jahren wurde N. Opfer eines feigen Mordanschlags und nahm wohl manche Geheimnisse mit ins Grab.

Lit.: Ostrander, S. /  L. Schroeder: PSI. Bern u. a.: Scherz, 1970.

Nazzour, Myrna (*1964 Al-Akhras in Damaskus / Syrien), geb. Myrna Kourbet, Angehörige der kath. griech-melkitischen Kirche, verh. mit Nikolaus Nazzour (griech.-orthodox). Um sie ereignen sich komplexe paranormale Phänomene. Am 22.11.1982 sonderten M.s Hände plötzlich Öl ab. Am 27.11.1982 zeigte sich das Phänomen auch an einer auf Karton gedruckten Marienikone in der Wohnung Nazzour. Weitere Ölabsonderungen an Myrnas Gesicht, Hals, Brust und Händen folgten. Die in mehreren Labors untersuchten Ölproben ergaben reines Olivenöl. Heilungen durch das wohlriechende Öl wurden bestätigt. Ab Dezember 1982 kam es im Haus Nazzour bzw. in dessen Umgebung zu Marienerscheinungen. Vom 25. November 1983 bis 2004 traten jeweils in der Karwoche, wenn Ostern in Ost und West zum gleichen Datum gefeiert wurde, Stigmen auf. Sie erlebt auch Ekstasen, verbunden mit Ölabsonderungen und dem Verlust des Augenlichts, das sie jedoch nach drei Tagen wiedererlangt.

Lit.: Speckbacher, Franz: Der grüne Gürtel der Madonna und die Botschaft unserer Lieben Frau von Soufanieh, Altötting 1989; Resch, Andreas: Myrna. Die Ereignisse von Sufanieh. Innsbruck: Resch, 22009.

Nebel, Carl (*24.05.1870; † ?), spiritistischer Schriftsteller u. Medienforscher, theologische Diss. in Erlangen über die Moralphilosophie Vauvenargues; gründete mit Paul Deussen 1911 die Deutsche Schopenhauer Ges.; kam 1930 in Kontakt mit > Krishnamurti; Gründung einer Arbeitsgemeinschaft in Göttingen der Ges. f. wissenschaftl. Spiritismus (Hannover-Kleefeld).

Neri, Philipp (*21.07.1515 Florenz; † 26.05.1595 Rom), charismatischer Heiliger des Humors, besaß die Gabe der Prophetie und der Kardiognosie; auch Ekstasen und Levitationen werden von ihm berichtet.

1548 gründete N. mit seinem Beichtvater die „Bruderschaft der Heiligsten Dreieinigkeit“, eine Gesellschaft von Laien zur Betreuung von bedürftigen Rompilgern, Kranken und Armen. 1551 Priesterweihe. In der Kirche Girolamo della Carità in Rom zog N. zahlreiche Menschen zum gemeinsamen Beten und Singen an. Wegen des großen Zulaufs musste über dem Kirchenschiff noch ein zusätzlicher Raum eingerichtet werden, das sog. Oratorium (Gebetsraum) als Zentrum der Begegnungen. Davon leitet sich auch die Bezeichnung ,Oratorium‘ für eine Musikgattung ab. 1582 Gründung der Kongregation der Oratorianer. Die ihm angebotene Kardinalswürde lehnte N. ab. Goethe widmete dem Heiligen ein eigenes Kapitel in seiner „Italienischen Reise“. N. starb an einem Fronleichnamstag an Blutsturz. Er hatte den Zeitpunkt seines Todes ebenso wie seine Heiligsprechung vorausgesagt. Sein Grab befindet sich in der von ihm begonnenen Chiesa Nuova S. Maria in Valicella.

Neuhäusler, Anton (20.02.1919 München; † 15.01.1997), Prof. f. Philosophie an der Universität und Päd. Hochschule München, Schüler von A. Wenzl; Neffe des Münchner Weihbischofs und Widerstandskämpfers in der NS-Zeit, Johannes Neuhäusler (1888 – 1973); Vertreter des Kritischen Rationalismus hinsichtlich der Erkenntnis der Gesamtwirklichkeit im Rahmen subjektiver Beschränkungen. Seine Habilitationsschrift über „Zeit und Sein“ (1958) ist im Hinblick auf eine Theorie der Präkognition bedeutsam. Zusammen mit H. > Bender veranstaltete N. öffentliche Sitzungen mit dem Sensitiven G. > Croiset. Als Mundartdichter schrieb N. unter dem Pseud. ,Franz Ringeis‘.

W.: Telepathie, Hellsehen, Präkognition. Bern; München: Francke, 1957; Grundbegriffe d. philosophischen Sprache, 1963; Wir sind alle eins. Bestätigung der mystischen Erfahrung durch die Vernunft. Plädoyer für die Unsterblichkeit des Menschen, Via Nova 1997.

Neumann, Theresia (*8.04.1898 Konnersreuth / Oberpfalz; † 18.09.1962 ebd.), Kapuzinerterziarin, stigmatisierte Mystikerin (seit 1926), Visionärin. Sie wollte Krankenschwester in den afrikan. Missionen werden, verunglückte jedoch 1918 beim Löschen eines Brandes; in der Folge wurde sie blind, lahm und bettlägerig. Durch ihr Gebet zu  Theresia vom Kinde Jesu (> Theresia von Lisieux) wurde sie an deren Seligsprechungstag (29.04.1923) von der Blindheit geheilt und am Tag ihrer Heiligsprechung (17.05.1925) von der Lähmung befreit. N. erlebte seitdem an jedem Freitag in Ekstase die Passion Christi; die von ihr wiedergegebenen aramäischen Worte konnten später von Wissenschaftlern bestätigt werden (Prof. Wutz). Ab Weihnachen 1926 aß sie nichts mehr und ab 1927 trank sie auch nichts mehr. 34 Jahre hindurch lebte sie von der hl. Eucharistie. Auch eine Bilokation ist von ihr bezeugt. Im Zustand der Ekstase konnte sie das in fremden Sprachen Gehörte auch wiedergeben (z. B. lateinisch und aramäisch beim Prozess Jesu vor Pilatus).

1927 wurde von Dr. Seidl, der Theresia damals noch für eine Hysterikerin hielt, im Auftrag des Bistums eine wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt. Sie stand 14 Tage unter ständiger Beobachtung, ohne jeglichen Kontakt zu irgendeiner Person, aß nichts und trank nichts, nahm zunächst 11 Pfund ab, dann 11 Pfund zu. Kritiker vermuteten eine Wahrnehmungslücke und forderten eine neuerliche Untersuchung, die Th. jedoch ablehnte mit der Begründung, es würde nur immer wieder neue Zweifler bzw. Untersuchungen geben. Zudem mag eine Rolle gespielt haben, dass ihr Vater die Fotos, die er zur Verfügung gestellt hatte, entgegen der Absprache vom Bistum niemals zurückerhielt.
Th. starb am Fest der Sieben Schmerzen Mariens an einem Herzinfarkt. Der Regensburger Bischof Dr. Gerhard Müller eröffnete am 13.02.2005 nach dem Nihil obstat seitens der römischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen den Seligsprechungsprozess für N.

Pn. Phän.: Visionen, Levitation, Bilokation, Sprachenphänomen, Fehlen der Totenstarre und Zeichen der  Unverwestheit (Inkorruption).

Lit.: Gerlich, Fritz: Die Stigmatisierte Therese Neumann v. K. 2 Bde., München 1929; Hanauer, J.: Konnersreuth als Testfall, München 1972 (NB: kritisch, aber tendenziös-negativ); Steiner, J.: T. N. v. Konnersreuth, München, Zürich, 71974; auch TV-Filmdokumentation 2003 („Stationen“, Bayern); Seeger, Joachim: Resl von Konnersreuth (1898 – 1962); Resch, Andreas: Stigmen und Nahrungslosigkeit der Therese von Konnersreuth. In: Ders.: Paranormologie und Religion. Innsbruck: Resch, 1997, S. 187 – 249; Eine wissenschaftliche Untersuchung zum Werdegang, zur Wirkung und Verehrung einer Volksheiligen (Diss., Amsterdam), 2004.

Newbrough, John Ballou (*5.06.1828 Springfield, Ohio; † 1891), amerik. Zahnarzt, spiritist. Schreib- und Malmedium. Seine durch psychischen Automatismus via Schreibmaschine produzierten Niederschriften kamen seiner Überzeugung nach durch psychischen Kontakt mit Engeln zustande.

W.: Oahspe. A Cosmic Bible. , N. Y. 1882.

Nichol, Agnes > Guppy, Agnes.

Nickel, Erwin (*11.05.1921 Frankenstein /Schlesien; † 4.07.2005 Fribourg / CH), Dr. rer. nat., Studium der Mineralogie, Chemie und Petrographie an den Universitäten Breslau, Wien und Posen; 1947 Assistent an der Univ. Heidelberg, später Dozent  in Münster, 1956 Univ.-Professor u. Leiter des Instituts für Mineralogie in Fribourg, dort 1987 emeritiert; Autor zahlreicher Artikel und Fachbücher, besonders engagiert im Bereich interdisziplinärer Studien zu den Grenzgebieten der Wissenschaft im Kontext von Naturwissenschaft, Philosophie und Fragen des christlichen Glaubens. N. trat 1961 in Kontakt  mit der Internationalen Ges. Katholischer Parapsychologen; 1972 – 1982 sowie 1991 – 2005 Präsident der Interessengemeinschaft IMAGO MUNDI, 1988 Ehrenpräsident des IGW Innsbruck.

W.: Siehe dazu Nachruf von Andreas  Resch, GW 54 (2005) 4, 305 f.

Nicol, John Fraser (* Edinburgh/Schottld.; † 1989), hauptberufl. PPs., Forscher, Mitglied der SPR London 1934 –51; nach der Übersiedlung in die USA am Parapsychology Laboratory an der Duke University, Durham, tätig, wo N. seine zukünftige Frau, Dr. Betty M. Humphrey (*1917), kennenlernte, Heirat 1955. Mit ihr arbeitete er viele Jahre zusammen und spezialisierte sich u. a. auf die Natur der paranormalen Kommunikation sowie auf die statistische Analyse der Daten im Hinblick auf Telepathie und Psychokinese. Durch finanzielle Unterstützung seitens der Rockefeller Foundation begründete N. die ASPR sowie die Parapsychology Foundation und publizierte viele Beiträge in pps. Fachzeitschriften.

Lit.: Gilbert, Mostyn / J. Fraser Nicol: An Appreciation of His Dedication to Psychical Research. Journal of the Society for Psychical Research 56 (1990), 818.

Nicolai, Christoph Friedr. (1733 – 1811), Buchhändler u. Verleger in Berlin, hatte nach dem Tod seines ältesten Sohnes selbst ein Geistererlebnis, schrieb derlei Erlebnisse jedoch der Einbildungskraft zu, bedingt durch gewisse physiologisch-somatische Zustände.

Lit.: Fabian, B. / M.-L. Spieckermann (Hrsg.): Beispiel einer Erscheinung mehrerer Phantasmen, Vortrag in: Gesammelte Werke, Bd. 11: Philosophische Abhandlungen (1808). Hildesheim: G. Olms, 1991, S. 53 – 96.

Nider, Johannes (*  um 1380 Isny / Allgäu; † 13.08.1438 Colmar oder Nürnberg), 1402 Dominikaner in Colmar, Theologiestudium in Wien, wo er später nach seiner Promotion (1425) auch als Prof. lehrte. Anhänger der Reform der Kirche und seines Ordens. 1427 Prior im Nürnberger Konvent und 1429 in Basel, 1434 wieder in Wien, 1436 Dekan der theolog. Fakultät. Nach N. bestehe das den Hexen vorzuwerfende Verbrechen in Teufelspakt, Hexensabbat und Schadenzauber. In seinem Werk in Form eines Dialogs zwischen einem Theologen und dem Piger (= dem Faulen) wendet N. das geordnete Verhalten der Ameisen auf die moralischen Eigenschaften der Menschen an, daher der Name , Formicarius‘, dessen 5. Teil – „Die Hexen und ihre Betrügereien“ – oft als Anhang zum Hexenhammer abgedruckt wurde.

W.: Formicarius, 1437, publ. erst 1451.

Lit.: Tschacher, Werner: Der Formicarius des Johannes Nider von 1437 / 38. Studien zu den Anfängen der europäischen Hexenverfolgungen im Spätmittelalter. Aachen: Shaker, 2000 (Diss. Aachen, Techn. Hochsch., 1998).

Nielsen, Einar (* 8.12.1894 Kopenhagen; † 26.02.1965 ebd.), namhaftes dänisches Materialisationsmedium in Trance, kaufmänn. Angestellter bis 1920, später Heilpraktiker. Seine Medialität zeigte sich bereits mit 17 Jahren. Am 1.09.1914 kam es zur ersten Vollmaterialisation. In den Jahren 1914 bis 1961 sollen in ca. 1700 Materialisationssitzungen an die 17.000 Phantome erschienen sein. Da N. auch des Betrugs bezichtigt worden war, klagte er gegen Carstensen, verlor jedoch 1932 den Prozess, was seiner Glaubwürdigkeit schadete. Wissenschaftliche Untersuchungen lehnte er außerhalb seines Zirkels ab. Einer seiner überzeugten Verteidiger war Dr. Peter > Hohenwarter, der bei vielen seiner Séancen anwesend war und sich Notizen machte.

W.: Nielsen, Einar: Solid Proofs of Survival. Translated by Helmi Krohn. London: Psychic Book Club, 1950.

Lit.: Gerloff, H.: Materialisation. Die Phantome von Kopenhagen. Das Medium Einer Nielsen, München 1955 (Bildband 1958).

Nielsen, Winnifred Moon (*16.08.1917 Key West, Florida), Psychologin u. Parapsychologin, Studium an der Universität Florida, 1962 Dr. phil.; 1937 Heirat mit Maj. Kenneth Cooper Smith († 1943); 1944 Heirat mit William Andrew Nielsen († 1953). 1954 –56 am Parapsychology Laboratory an der Duke University tätig, später als Psychologin am Mary Washington College, University of Virginia. N. arbeitete u. a. über die Beziehungen von PSI zu  Persönlichkeitsfaktoren und publizierte im Journal of Parapsychology einige Artikel über Präkognition.

Nielsson, Haraldur (1868 –1928), evang. Theologe aus Island, pps. Autor, Studium in Kopenhagen, Halle, Cambridge; übersetzte das Alte Testament der Bibel ins Isländische; 1911 Prof. f. Theologie an der theol. Fakultät der neuen Universität in Reykjavik; gründete mit dem Schriftsteller Einar H. Kvaran u. dem Psychiater Sveinsson eine „Ges. f. psychische Forschung“ in Reykjavik.

W.: Eigene Erlebnisse auf dem okk. Gebiet; Die Kirche und die psychische Forschung; Vom Tode (3 Vorträge). Leipzig: Mutze, 1922; O Espiritismo e a Igreja. 2a ed., São Paulo: Edições Correio Fraterno, 1983.

Nierklutsch, Kreszentia (*15.06.1816 Tscherms, Südtirol; †14.05.1855 Bozen), ekstatische Stigmatisierte seit 7.06.1835. Auf ihr Bitten hin bildeten sich die Wundmale  später wieder zurück. Aber auch nach Vernarbung der Wunden erlitt sie jeden Freitag die Passion Christi.

Lit.: Riccardi, Antonio: Geschichte der durch die Wundmale Christi wunderbarlich begnadigten ... Crescentia Nierklutsch. Augsburg: Kollmann, 1843.

Nikolajew, Karl (20. Jh.), sowjetrussischer Schauspieler und Journalist, der durch ein am 19.04.1966 durchgeführtes telepathisches Experiment bekannt wurde. Unter kontrollierten Versuchsbedingungen in der Wissenschaftsstadt Akademgorodok bei Nowosibirsk konzentrierte er sich im ,Remote viewing‘ auf die ihm von dem Biophysiker Juri Kamenskij aus Moskau (ca. 3000 km entfernt) übermittelten Objekte (z. B. Metallspirale, Schraubenzieher); auch 1967 gelangen solche Experimente über die Distanz Moskau – Leningrad. Eine Aktivierung bestimmter Gehirnregionen konnte mittels EEG objektiviert werden.

Nik(o)laus von der Flüe, eig. Löwenburger (*1417 Flüeli bei Sachseln / am Sarnersee, CH; † 21.03.1487 Ranft-Eremitage), heilig
(1947, Fest: 25. Sept.), genannt „Bruder Klaus“; Bergbauer auf dem Flüeli bei Sachseln / Obwalden, Sohn d. Bauern Heinrich von Flüe und der Hemma Ruobert; des Schreibens unkundiger Ratsherr, Friedensstifter, Asket, Mystiker, Patron der Schweiz; heiratete 1447 Dorothea Wyss, mit der er fünf Söhne u. fünf Töchter hatte. Am 16.10.1467 verließ er Haus u. Familie u. wurde Einsiedler in der Ranftschlucht. Weihbischof Thomas von Konstanz kam 1469 zur Einweihung der Kapelle und prüfte das Wunderfasten des Einsiedlers; 1482 Stiftung einer Ranft-Kaplanei, N. lebte dort ca. 20 Jahre lang als Eremit und etwa 17 Jahre ohne Nahrung, ausgenommen die Eucharistie; er trank nur das Wasser der nahen Quelle.

Von politischer Bedeutung war lediglich sein Eingreifen als Ratgeber auf der Tagsatzung zu Stans am 22. Dezember 1481, wodurch die Eidgenossenschaft vor einer endgültigen Spaltung gerettet werden konnte.

In mehreren Visionen durfte N. Gottesbegegnungen erfahren (berühmt die sog. „Radvision“). Grabstätte seit 1679 in der Pfarrkirche von Sachseln. Viele Schweizer schrieben es seinem Schutz zu, dass die Schweiz von beiden Weltkriegen verschont blieb.

Lit.: Durrer, Robert (Hg.): Bruder Klaus. Die ältesten Quellen über den seligen Nikolaus von Flüe, sein Leben u. sein Einfluss. 2 Bde. 1917 u. 1921, Erg.-Bd. von R. Amschwand. Sarnen, 1987; Stoeckli, Alban: Die Visionen des seligen Bruder Klaus. Einsiedeln: Benziger, 1933; Lindner, E.: Spuren Gottes in der Welt. Karlsruhe: Lindner V., 1982, S. 68 f.; von Franz, Marie-Luise: Die Visionen des Nikolaus von Flüe. Zürich: Daimon, 1980.

Nikolaus v. Tolentino (*1245 Sant’Angelo in Pontano, Mark Ancona / I; †10.09.1305 Tolentino), hl. (1446, Fest: 10. Sept.), ital. Volks- und Wanderprediger, Thaumaturg; um 1255 / 56 – mit 11 Jahren – Eintritt in den Orden der Augustiner-Eremiten (OSA), Novizenmeister in S. Elpidio, zuletzt 30 Jahre in Tolentino. Zwischen 1305 und 1325 wurden amtlicherseits 301 Wunder um seine Person registriert. Als 1345 von seiner Leiche von einem Laienbruder heimlich die Arme abgeschnitten wurden, um sie nach Deutschland zu bringen, floss reichlich Blut heraus. An ihnen ereigneten sich öfters – anscheinend in Zusammenhang mit kirchengeschichtlichen Ereignissen – Blutphänomene. 1699 soll der Ausfluss einer rötlichen Flüssigkeit vier Monate lang nicht aufgehört haben; 1671 u. 1677 besonders starke Blutungen (auch noch 1939). Die anderen verschollenen Gebeine wurden 1926 bei Grabungen in der Basilika v. Tolentino entdeckt.

Lit.: Ceppi, N. G.: Il Sangue Miracoloso, Rom 1725, S. 124, 126, 140.

Nizier-Anthelme, Philippe (*25.04.1849 Le Rubathier bei Loisieux / Savoyen, Frankreich; † 2.08.1905 L’Arbesle / Rhône), französ. Okkultist; lebte bei seinem Onkel, einem Fleischhauer, in Lyon und genoss schon als 13-Jähriger den Ruf eines Thaumaturgen und Heilers. In Lyon leitete er eine Schule für Magnetismus und Massage, die mit jener von > Papus in Paris in Verbindung stand. 1877 Heirat mit Jeanne Landar. Tochter Victoire starb bereits mit 25 Jahren. Da N. wegen unerlaubter Ausübung der Heilkunst angegriffen worden war, ging er nach Russland und wirkte am Hof des russischen Zaren als Militärarzt. Lehrer von Paul > Sédir. Grabstätte am Friedhof von Loyasse.

Lit.: Hael, Alfred: Vies et paroles du maître Philippe; Encausse, Philippe: Le maître Philippe de Lyon, Thaumaturge et Homme de Dieu, ses prodiges, ses guérisons, ses enseignements, 11e édition.

Noeggerath, Rufina (1821–1908), Spiritistin, Autorin, bekannt als „bonne Maman“; war in den Jahren 1870 bis 1908 das Haupt der spiritistischen Bewegung in Paris. In ihrem Haus trafen sich Medien und Anhänger des Spiritismus aus der ganzen Welt. Nach ihren Angaben empfing sie angeblich Botschaften von vielen jenseitigen Prominenten aus Antike und Neuzeit. Grab auf dem Friedhof Pére Lachaise in Paris.

W.: La Survie: Sa Realitè, Sa Manifestation, Sa Philosophie – Echos De L’au-Delà. Paris: Flammarion, 1897; Das Fortleben: Beweise, Kundgebungen, Philosophie: Stimmen aus dem Jenseits (1897). Leipzig: Mutze, o. J. (ca. 1929).

Nollius (Nolle) Henricus (* ca. 1590; † 1626 Weilburg), aus Ziegenhain / Hessen stammender Philosoph der Pansophie-Lehre, Anhänger der Rosenkreuzer. Studium ab 1599 in Marburg, 1605 Magister an der Univ. Jena, anschließend Privatdozent in Gießen. 1616 als Nachfolger von J. M. Gigas Prof. der Medizin und Mathematik am Gymnasium Illustre Arnoldinum in Steinfurt; erst 1618 Dr. med. an der Univ. Marburg. 1620 wurde er vom Institut gekündigt, weil er aufgrund seines literarischen Schaffens seine Lehrtätigkeit vernachlässigte. 1622 wieder in Gießen mit nur kurzer Lehrtätigkeit. N. vertrat eine Naturphilosophie auf hermetischer Grundlage; wurde wegen häretischer Ansichten seiner Funktion als Professor enthoben.

W.: Naturae sanctuarium ... in undecim libris tractatae, 1619.

Lit.: Höting, Ingeborg: Steinfurter Schriften Bd. 21. Hrsg. u. Verlag: Stadt Steinfurt, 1991.

Nostradamus, Pseud. für Michel de Nostredame (*14.12.1503, nach gregor. Kalender am 24.12.1503 Saint-Rémy-de-Provence / F; † 2.07.1566 Salon-de-Provence), berühmter, aber ebenso umstrittener Astrologe (bzw. ,Seher‘) aus der Provence, der vom Judentum zum Katholizismus konvertierte; Lieblingsastrologe der Katharina von Medici. Bei seiner Person gehen Wirklichkeit und Legende ineinander über. Als Leibarzt Karls IX. wirkte ab 1525 als Pestarzt, unternahm mehrere Reisen, auf denen er angeblich auch > Faust getroffen haben will. Seine Prophezeiungen (prophéties), gegliedert in zehn Abschnitte (Les Centuries, Centurien) von jeweils 100 Vierzeilern (Quatrains), sollen Weissagungen für die kommenden Jahrhunderte enthalten bzw. es wurden solche hineininterpretiert oder herausgelesen. Die Erstausgabe erschien 1555; sie beinhaltet die ersten drei Centurien und nur einen Teil der vierten. Davon sind lediglich zwei Exemplare erhalten. Eine Ausgabe von 1557 enthält sieben Centurien. Erst 1568 – nach seinem Tod – erschien die Gesamtausgabe. Möglicherweise wurden ihm auch Vierzeiler untergeschoben. Nach den quellenkritischen Untersuchungen des kanadischen Philologen Pierre Brind’Amour (1942 – 1995) benutzte N. literarische Vorbilder. So übernahm er nachgewiesenermaßen z. B. den einzigen Vierzeiler „Legis cautio“ der Prophéties des Florentiner Humanisten Petrus Crinitus (1465 –1504) aus dessen Buch De honesta disciplina. Seine Prophezeiungen wurden 1781 (wegen der angebl. Voraussage des Untergangs des Papsttums) von Rom indiziert. In der Nacht vom 1. zum 2. Juli 1566 starb N. in seinem Arbeitszimmer in Salon-de-Provence. Sein Leichnam wurde in das Franziskanerkloster von Salon gebracht und in der Klosterkirche beigesetzt. 1791 (Französische Revolution) wurde sein Grab geöffnet und die sterblichen Überreste in die Dominikanerkirche von St. Laurent übertragen.

W. u. Lit.: Zahlreiche Auflagen und Neuinterpretationen, u. a.: Fontbrune, Max de: Was Nostradamus wirklich sagte, München 1981; Scheck, Frank Rainer: Nostradamus. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1999; Harder, Bernd: Nostradamus: ein Mythos wird entschlüsselt. Aschaffenburg: Alibri, 2000; Mussik, Reinhard: Nostradamus heute, Universitas 2003.

Nowicki, Dolores (*11.06.1929 Channel Island / Jersey), engl. Magierin, Esoterikerin, verh. Ashcroft-Nowicki, Schülerin v. W. E. > Butler, eines Schülers von Dion > Fortune, der Gründerin der Fraternity of the Inner Light; 1972 gründete sie mit Butler, ihrem Mann Michael u. mit Oliver Ashcroft die „Servant of the Light School of Occult Science“, die sie nach dem Tod Butlers leitete; hielt Kurse über westliche Mysterientraditionen, praktische Magie, Kabbala.

W.: First Steps in Ritual; The Art and History of Pathworking; The Ritual Magic Workbook (dt. 1990); Der Baum der Ekstase. Ein Handbuch der Sexualmagie für Fortgeschrittene, Neue Erde 1993; Magische Rituale, ein Arbeitsbuch (Dt. von Ingrid O. Fischer). Freiburg i. Br.: Bauer, 5 2000.