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Kade - Kyber

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Kade, Magdalena (*5.06.1835 Filippsdorf /Mähren; † 10.12.1905), Weberstochter, Visionärin. Unheilbar erkrankt und bettlägerig, wurde sie durch eine Erscheinung der Jungfrau Maria am 13.01.1866 geheilt, nachdem sie von der Lichtgestalt die Worte vernommen hatte: „Mein Kind, von jetzt an heilt’s.“ Es folgten sensationelle Heilungen. Über der Erscheinungsstätte wurde eine Kirche errichtet (1885 konsekriert) u. anschließend ein Kloster der Redemptoristen. Kirchliche Approbation der Erscheinung durch bischöfl. Kommission 1866; die Kirche wurde 1926 zur Basilica minor erhoben.

Lit.: Hoppe, Alfred: Des Österreichers Wallfahrtsorte, Wien 1913.

Kahn Ludwig (*29.06.1875 Kirf; † ?), deutscher Hellseher. 1925 und 1926 demonstrierte er im Institut Métapsychique in Paris seine Fähigkeit, Inhalte in versiegelten Kuverts zu lesen. Als seine Aufenthaltsgenehmigung in Frankreich dem Ende zuging, wandte sich K. mit einem Empfehlungsschreiben von Charles > Richet an den Polizeikommissar, der ihm nach bewiesener Demonstration seiner Hellsichtigkeit eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung gewährte. 1941 wurde er als Jude mit seiner Frau Emma in das Ghetto Lodz (Litzmannstadt) deportiert, wo sich seine Spur verlor. In der Petrusstraße 19a in Trier erinnert ein „Stolperstein“ an seinen ehemaligen Wohnsitz.

Lit.: Osty, E.: Un Homme de Doué connaissance Paranormale: M. Ludwig Kahn. Revue Métapsychique (März / April, Mai / Juni 1925); Nolden, Reiner: Vorläufiges Gedenkbuch für die Juden von Trier 1938 – 1943, Trier 21998; Schellinger, Uwe: Faszinosum, Filou und Forschungsobjekt: Das erstaunliche Leben des Hellsehers Ludwig Kahn (1873 –  ca. 1966). Die Ortenau. Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden 82 (2002), 429 – 468; ders.: Ludwig Kahn, Max Schottelius und die Folgen: Eine Fallstudie zur Erforschung der „außersinnlichen Wahrnehmung“ am Ende des Kaiserreichs. Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie 44 / 45 / 46 (2002 / 2003 / 2004), 195 – 217; ders.: Der Fall Kahn: Die erste universitäre Debatte über „Hellsehen“ und „Telepathie“ am Ende des Kaiserreichs. In: Barbara Wolf-Braun (Hg.): Medizin, Okkultismus und Parapsychologie im 19. und frühen 20. Jahrhundert, Wetzlar 2009, S. 100 – 122.

Kammerer, Paul (*17.08.1880 Wien; † 23.09.1926 Puchberg am Schneeberg, NÖ), Genetiker, Freimaurer, als Biologe ein überzeugter Lamarckist, denn er versuchte die Vererbbarkeit erworbener Eigenschaften in der Tierwelt zu beweisen, indem er gerichtete Mutationen als Triebkraft der Evolution annahm. Seine Versuchstiere gingen während des Ersten Weltkriegs zugrunde. Als eines seiner Präparate – das einzige überlebende Exemplar war eine Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)  – als Fälschung aufgedeckt wurde, erschoss sich K. Möglicherweise stammte dieser Betrug jedoch nicht von K. selbst, sondern von einer anderen Person, wie A. > Koestler zu beweisen versuchte. Von K. stammt das sog. Gesetz der Serie bzw. das Prinzip der Serialität, worunter ein räumliches Zusammentreffen oder eine zeitliche Wiederholung von bedeutungsmäßigen Ereignissen (Koinzidenzen) zu verstehen ist, die jedoch  nicht kausal miteinander verbunden sind. Es erinnert gewissermaßen als ein semantischer Vorläufer an das Synchronizitätsprinzip nach C. G. > Jung und Wolfgang > Pauli, wonach zwei Ereignisse durch den Sinn, nicht aber durch Ursache und Wirkung verbunden sind.

W.: Allgemeine Biologie, 1915; Geschlechtsbestimmung und Geschlechtsverwandlung, 1918; Das Gesetz der Serie, 1919.

Lit.: Koestler, A.: Der Krötenküsser, 1972; Freund, R.: Land der Träumer. Zwischen Größe und Größenwahn – verkannte Österreicher und ihre Utopien, 22000.

Kant, Immanuel (*22.04.1724 Königsberg; †12.02.1804 ebd.), dt. Philosoph, Vertreter des rationalistischen Idealismus und Begründer der Tranzendentalphilosophie. Friedrich Wilhelm II. verbot K. 1793, sich in seinen Vorlesungen oder Schriften in Fragen der Religion einzumischen. Einige der behaupteten paranormalen Leistungen Swedenborgs, mit dem K. in Verbindung stand, erhielt er durch seinen englischen Freund Green in Schweden bestätigt.

W.: Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik, 1766; Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, 1793.

Kardec, Allan, Pseud. (*3.10.1804 Lyon; † 31.03.1869 Paris), recte Hippolyte Léon Denizard Rivail; frz. Pädagoge, aufgewachsen in der Schweiz, Schüler Pestalozzis u. Gründer eines pädagog. Instituts in Paris, Verfasser von Schulbüchern; heiratete eine seiner Lehrerinnen. 1850 Berührung mit der aus USA kommenden spiritistischen Welle; Begründer des romanischen Spiritismus und des westl. Reinkarnationsspiritismus. 1861 wurden auf der Esplanade von Barcelona einige hundert Bücher Kardecs verbrannt. Auf seinem viel besuchten Grab am Nordfriedhof Père Lachaise steht ein keltischer Druidenstein (Menhir). K. war der Überzeugung, er sei in einer früheren Inkarnation zur Zeit der Druiden ein Bauer in der Bretagne gewesen.

W.: Livre des Esprits, 1858 (dt.: Das Buch der Geister, Wien 1868; Freiburg 1987); Le Livre des Mediums, 1861 (dt.: Das Buch der Medien, Lpz. 1878, 1900); Der Spiritismus in seinem einfachsten Ausdruck, Wien 1864, 1869; Über das Wesen des Spiritismus, Zwickau 1882; Himmel u. Hölle, Berlin 1890; Der experimentelle Spiritismus, Lpz. 1891.

Lit.: Sausse, Henri: Biographie d’Allan Kardec, Lyon 1856.

Karl Melchior von Sezze OFM (*19.10.1613 Sezze bei Rom; † 6.01.1670 ebd.), recte Carlo Melchiori, heilig (1959, Fest: 6. Januar), Schafhirte, Bauer, Mystiker, seit 18. Mai 1635 Franziskanerlaienbruder im Kapuzinerkloster San Francesco in Nazzano, erhielt im Oktober 1648 während einer Messe die Stigmen; wirkte als Gärtner, Koch, Pförtner, Almosensammler und Sakristan und wurde vielen Menschen geistlicher Berater und Begleiter. Er trat auch in einem Häretiker- und einem Heiligsprechungsprozess als Ratgeber auf. Trotz mangelhafter Lese- und Schreibkenntnisse verfasste er auch ein umfangreiches mystisches Werk. Ebenso soll er die Pontifikate von Alexander VII., Klemens IX., X. und XI. vorausgesagt haben. Bei seinem Tod wurde die Stigmatisation entdeckt und von Ärzten als nicht-natürliche Wunde erkannt.

W.: Eine Gesamtausgabe der Werke ist in Vorbereitung.

Katharina de’Ricci (*23.04.1522 Florenz; † 2.02.1590 Prato), heilig (1746, Fest: 2. Februar, Dominikanerinnen: 4. Februar), stigm. Seherin u. Ekstat.; von 1535 an Dominikanerin in Prato, dort Priorin ab 1552, Verehrerin von Savonarola, durch dessen Fürsprache sie geheilt wurde. Ausgedehnte Korrespondenzen (mit Philipp Neri, K. Borromäus); setzte sich für die Reform der Kirche ein. Sie hatte die Gabe der Weissagung und der Wunder. Im Februar 1542 hatte K. eine Passionsekstase. Am 9.04.1542 erlebte sie die mystische Verlobung mit Jesus, der ihr den mystischen Ring ansteckte, der zeitweise auch für andere sichtbar war. Fünf Tage darauf erhielt sie die Stigmen. Ihre Gegenwart war von einem Veilchenduft begleitet. Ihr unverwester Leib ruht im Monastero di S. Vincenzo Ferreri, Prato, via San Vicenzo, 9.

Lit.: Di Agresti, Domenico Guglielmo M. (ed.): Collana Ricciana. Firenze: Olschki – I: Quattro documenti sull’età giovanile (1963); II: Libellus de gestis di fra Niccolò Alessi (1964); III: Vita di Santa Caterina de’Ricci di fra Serafino Razzi con documenti inediti precedenti l’edizione (1965); IV: Documenti storici, biografici, spirituali (1966); V: Cronache, diplomatiche, lettere varie (1969); VI: Bibliografia ragionata di Santa Caterina de’Ricci con appendice savonaroliana (1972); VII: Introduzione all’epistolario: Bibliografia, fondi, indici (1976); VIII: Aspetti di vita pratese nel Cinquecento (1976); IX: Prolegomeni alla spiritualità di Santa Caterina de’Ricci (1975); X: Epistolario I 1542 – 1554 (1973); XI: Epistolario II 1555 – 1563 (1973); XII: Epistolario III 1564 –1577 (1974); XIII: Epistolario IV 1578 –1587 (1975); X: Epistolario V 1588 –1590 (1975); Guarienti, A.: La Beata Caterina da R. (1964); ders.: Bibliotheca Sanctorum, Rom 1961–1969, III, 992 f.; Bibliografia ricciana-savonaroliana. In: Memorie Domenicane, Neue Serie 3, 1972, 229 –301.

Katharina von Bologna, auch Caterina de’ Vigri (*8.09.1413 Bologna; † 9.3.1463), heilig (1712, Fest: 9. März), Klarissin, Visionärin, Myst.; lebte seit 1422 / 24 als Hofdame der Margarete d’Este am Hof des Markgrafen v. Este in Ferrara; konnte Latein lesen und schreiben und war auch eine berühmte Miniaturmalerin und Dichterin. Nach 1426 zog sie sich in eine Frauengemeinschaft zurück, welche die Regel der Klarissinnen annahm; als Novizenlehrerin tätig. 1456 zog sie nach Bologna zur Gründung eines Klarissenklosters, deren Äbtissin sie wurde. Ihr Leib ruht unverwest im Kloster Corpus Domini; Untersuchung 1963, Körper sonderte noch Flüssigkeit ab (eine Mischung aus Fett und Produkten der Blutzersetzung).

W.: Die sieben geistlichen Waffen, 1438.

Katharina von Genua (*5.04.1447 Genua; †15.09.1510 ebd.), bürgerl. Name Caterina Fieschi Adorno, heilig (1737, Fest: 15. September), als jüngstes von fünf Kindern im Palazzo der Adeligen Fieschi im Vicolo del Filo geboren, Myst., stigm. Ekstat., Franziskanertertiarin; wollte als 13-Jährige zunächst wie ihre ältere Schwester in das Kloster S. Maria delle Grazie bei den Augustinerinnen eintreten, ihr Wunsch wurde jedoch abgelehnt. Im Alter von 16 Jahren wurde sie 1463 mit dem reichen Geschäftsmann Giuliano Adorno verheiratet, dessen verschwenderischer Lebensstil sie in eine ambivalente Krise von Genuss und Verzicht stürzte (Konfrontation mit dem Bild des Gekreuzigten). Die Ehe blieb kinderlos. 1473 hatte sie ihre erste Vision. Durch ihr heroisches Beispiel der Askese bewegt, bekehrte sich ihr Mann. Nach seinem Tod (1497) zeichnete K. ihre mystischen Erlebnisse auf. Zeitweise lebte sie nur von der Eucharistie; widmete sich vor allem zur Zeit der Pestepidemien (1490) im Spital Pammatone in Genua der Krankenpflege; schrieb auch über das Fegefeuer. Zwei Jahre nach ihrem Tod wurde bei Bauarbeiten ihr Leib unverwest aufgefunden und in der Kirche des Kapuzinerkonvents S. Caterina della S.ma Annunziata di Portoria (Genua, viale Quattro Novembre, 5) in einem Marmorsarkophag beigesetzt. 

Pn. Phän.: heißes Blut, unverwester Leib; nach zahlreichen Wunderheilungen auf Antrag der Spitalsleitung 1675 zunächst Seligsprechung, der 1737 die Heiligsprechung folgte.

Lit.: Sertorius, Lilli: Katharina von Genua: Lebensbild und geistige Gestalt; ihre Werke, München 1939; Balduzzi, Clara: Il soprannaturale in santa Caterina da Genova, patrona degli ospedali, Udine 1992; Dresler-Schenck, Martin: Katharina von Genua: Ergriffen von der Liebe Gottes. Dialog über die göttliche Liebe, Überlingen 1995.

Katharina von Racconigi, auch Rakonisio (*1486 Racconigi, Provinz Cuneo, bei Turin / I; † 4.09.1547 Caramagna), bürgerl. Name: Katharina de Mattei, selig (Kultbestätigung 1808, Fest: 4. September); aus einer Handwerkerfamilie stammende stigmatisierte  Mystikerin, die seit ihrem 5. Lebensjahr Visionen hatte; mit 28 Jahren Dominikanertertiarin, führte sie ein sehr asketisches Leben. Ihr Vorbild war Katharina von Siena. Sie besaß das Charisma der Prophetie, der Bilokation und wunderbarer Heilungen und erlebte somatische Reaktionen (wie Herzenstausch mit Jesus). Ihre Gnadengaben erweckten selbst bei den Dominikanerpatres Neid und Misstrauen. Infolge von Verleumdungen aus ihrer Heimat vertrieben, flüchtete sie nach Caramagna, wo sie, von ihren Freunden verlassen, vereinsamt in Armut und Buße starb. Bald nach ihrem Tod verbreitete sich jedoch ihr Ruhm. G. F. > Pico della Mirandola verfasste als Erster ihre Biografie (hrsg. von T. Chieri, Turin 1858); er hatte K. noch persönlich gekannt.

Lit.: Capello, G.: La beata Caterina Mattei, Caramagna 1947; Ferraris, A.: Beata Caterina Mattei da Racconigi, Alba 1947.

Katharina von Siena, Caterina Benincasa (*25.03.1347 Siena; † 29.04.1380 Rom), heilig (1461, Fest: 29. April), stigm. Myst., Ekstat.; jüngstes (24.!) Kind der Färberfamilie Giacomo di Benincasa und seiner Frau Lapa di Puccio di Piagente. Auf Wunsch der Eltern sollte K. mit 12 Jahren heiraten. Aufgrund innerer relig. Erlebnisse wurde sie mit 15 Jahren 1362 Dominikanertertiarin; denn schon im Alter von etwa sechs Jahren hatte sie die Vision des thronenden Christus, was sie später zum Gelübde der Jungfräulichkeit bewog. 1366 mystische Vermählung mit Christus. Mit 19 Jahren verließ sie Siena und reiste, vom Reformeifer getrieben, mit einer Anhängerschar durch Italien, um Frieden unter den Christen zu stiften. Sie stand mit vielen Ordensgeistlichen in Verbindung, auch mit Papst Gregor XI. (1370 –1378), der mit Katharina 1373 /74 über verschiedene Legaten in Verbindung kam. (Aber erst im Juni 1376 traf K. während ihres dreimonatigen Aufenthalts mit Papst Gregor XI. zusammen. Bis heute ist ihr Anteil am Entschluss des Papstes zur Rückkehr nach Rom umstritten: jedenfalls verließ dieser am 13.09.1376 Avignon und hielt am 17.10.1377 feierlichen Einzug in Rom.)

1374 reiste K. nach Pisa und steckte sich bei der Pflege der Pestkranken an. Sie stand auch den zum Tod Verurteilten bis zur Hinrichtung bei. Am 1. April 1375 empfing sie nach einem Bericht ihres geistlichen Beraters, Raimund von Capua, zu Pisa die Stigmen, hielt diese jedoch bis zu ihrem Tod geheim. 1378 übersiedelte sie auf Wunsch des Papstes nach Rom. Sie lebte in den letzten Jahren nur noch von der Eucharistie. Franz Xaver Kraus urteilt über sie: „Diese Frau und ihr Leben sind das größte Wunder der Geschichte, auch für den, der an Wunder nicht glaubt“ (zit. nach Schauber  / Schindler, Bildlexikon der Heiligen, 364). – Ihr unverwester Leib ruht im Glasschrein in der Dominikanerkirche S. Maria sopra Minerva in Rom. Das Haupt wird in einem Marmortabernakel in der Basilika S. Domenico in Siena (via Camporegio, 2) aufbewahrt. Papst Pius IX. erhob sie am 13.04.1866 zur Mitpatronin von Rom, Pius XII. am 18.06.1939 zur Hauptpatronin Italiens (neben Franz von Assisi). Am 4.10.1970 erhob Papst Paul VI. K. zur Kirchenlehrerin. Sie ist die Patronin der Sterbenden und der Wäscherinnen.

W.: Die Briefe der hl. C. v. S., ausgew. v. Annette Kolb, 1906; Gespräch über Gottes Vorsehung. Eingel. v. Ellen Sommer-v. Seckendorff / Hans Urs v. Balthasar, 1964; Gottes Vorsehung. Hrsg., eingel. u. übers. v. Louise Gnädinger, 1989, repräsentative Ausw. der Briefe u. 3 Abschnitte aus dem „Dialogo“; Gebete: Erstausg. v. Aldo Manuzio im Anh. der Briefe. 

Lit.: Levasti, Arrigo: C. da S., 1947 (dt. Übers. v. Helene Moser 1952, engl. Übers. v. Dorothy M. White 1954; vollst. Bibliogr. bis 1950 v. L. Zanini, Bibliografia analitica di s. C. da S. dal 1901 a 1950. In: Miscellanea del Centro Studi Medievali I e II 58, 1956, 325 – 374 u. 62, 1958, 265 –367 (Neuausg. 1971); Caffarini, Tommaso: Caterina von Siena – Erinnerungen eines Zeitzeugen. Die Legenda Minor, hrsg. v. Werner Schmid, erste dt. Übersetzung von Claudia Reimüller (anhand der ital. Grottanelli Edition, Bologna 1868), St. Pölten-Traisenpark 2001.

Kefer, Jan (*31.01.1906; † 3.12.1941 im KZ Flossenburg), Astrologe, Kunststudium an der Karlsuniversität Prag, Bibliothekar am Nationalmuseum in Prag, Hrsg. der Zschr. Logos. Zeitschrift für die esoter. Ausrichtung von Leben u. Kultur (1934), Organ der Universalis, der Ges. der Tschechoslowakischen Hermetiker, gegründet 1930.

Kelley, Edward (*01.08.1555 Worcester; †  Nov. 1594 Brüx), eigentl. Edward Talbot; aus Irland stammendes zwielichtiges Medium, Magier, Alchemist, Scharlatan. In seinem Heimatort wurden ihm wegen Betrügereien (Urkundenfälschungen in seinem Beruf als Gemeindeschreiber) vom örtlichen Henker beide Ohren abgeschnitten.

1582 war K. Mitarbeiter im sog. Henochischen System von John > Dee. Mit einem angeblich von Engeln erhaltenen Obsidian als Zauberspiegel will er Kontakte mit Engeln (Geistwesen) gehabt haben, die ihm die Buchstaben der Sprache der Engel gezeigt hätten. Angeblich versuchte er auch mit Paul Waring auf dem Friedhof in Walton-le-Dale /Lancashire anhand einer ausgegrabenen Leiche einen Toten zu beschwören und durch Kristallomantie Kontakte zur Geisterwelt zu erhalten, worüber er Dee erzählte.

In Prag wurde K. von Kaiser Rudolf II. für alchemistische und andere Erfolge in den Ritterstand erhoben. Sein Abbruch der Beziehung mit Dee war die Folge einer skurrilen Vereinbarung über gemeinsame eheliche Beziehungen, was nach Aussage K.s eine Forderung eines Kommunikationspartners (namens Madini) aus der Geisterwelt war.

Nach 1584 trat K. als Alchemist in den Dienst Wilhelm von Rosenbergs, der ihn reich beschenkte – so erhielt er die Burg Liběřice, das Gut Nová Libeň und neun Dörfer. Dem glänzenden Aufstieg folgte jedoch ein steiler Abstieg. Denn in einem Duell tötete K. einen seiner Kritiker namens Jiřík Hunkler, worauf er die Flucht ergriff. Er wurde aber von den kaiserlichen Garden eingeholt und auf der Burg Křivoklát eingekerkert (1589). 1593 glückte ihm die Flucht, doch starb er zwei Jahre später an den Folgen seines missglückten Sprunges von der Gefängnismauer. Nach anderen Quellen jedoch soll K. Selbstmord durch Einnahme von Gift begangen haben.

Lit.: Turner, Robert: Elizabethan Magic, Shaftesbury 1989.

Kellner, Karl (*1.09.1851; †7.06.1905);   Industrieller aus Wien, Okk., Freimaurer; 1885 Heirat mit Marie Delorme und im gleichen Jahr Kontakt mit dem Rosenkreuzer Franz > Hartmann.

Auf seinen Reisen durch Europa, Amerika und Vorderasien will K. nach eigenen Angaben Kontakt mit zwei Adepten sowie mit einer „Hermetischen Bruderschaft des Lichts“ aufgenommen haben. Gemeinsam mit Theo-
dor > Reuss initiierte er um 1895 die Gründung einer freimaurerischen Akademie (Academia Masonica) unter dem Namen des „Ordo Templi Orientis“ (O.T.O.), Orden der orientalischen Tempelritter, mit sexualmag. Ausrichtung. Nach Kellners Vorstellung sollten in einem inneren Kreis der höchsten Grade die Lehren der Hermetischen Bruderschaft vom Licht gelehrt werden. Nach seinem Tod übernahm Reuss die Leitung. Durch Kontakt zu A. > Crowley 1912 erfolgte die Vereinigung von Academia Masonica u. O.T.O.

Lit.: Möller, H. / E. Howe: Merlin Peregrinus. Vom Untergrund des Abendlandes. Würzburg: Königshausen & Neumann, 1986.

Kemmerich, Max (*6.05.1876 Koblenz; † 6.04.1932 München), esot. Schriftst., krit. Spiritist, Kulturhistoriker. 

W.: Prophezeiungen. München: Langen, 1916; Gespenster u. Spuk. Ludwigshafen: Haus Lhotzky Verlag, 1921; Die Brücke zum Jenseits. München: Langen, 1927.

Kerkmann, Heinrich (*13.12.1587 Lemgo /westfäl. Grafsch. Lippe; † 26.03.1666 ebd.), Bürgermeister von Lemgo, Jurist, Hofgerichtsassessor in Dedtmold, Befürworter und autoritärer Experte der Hexenjustiz in seiner Stadt. Sein Nachfolger als „Hexenbürgermeister“ wurde Hermann Cothmann.

Kerner, Justinus Andreas Christian (*18.09.1786 Ludwigsburg; † 21.02.1862 Weinsberg / D), Arzt, spirit.-okkult. Schriftsteller, ein schwäbischer Dichter als spätromantischer Lyriker. Aus einer altwürttembergischen Beamtenfamilie stammend, verbrachte K. seine Kinderjahre in Ludwigsburg. Infolge der Übersiedlung seiner Familie nach Maulbronn (1795) erhielt er im dortigen Kloster Privatunterricht. Von einem schweren Magenleiden, das er sich in jener Zeit zuzog, wurde er von dem Magnetiseur Eberhard Gmelin befreit. Nach dem Tod seines Vaters kehrte die Familie 1799 nach Ludwigsburg zurück. K. besuchte dort das Gymnasium, jedoch nur bis 1802, da er entgegen seinem Interesse als Lehrling in eine Tuchfabrik geschickt wurde. Durch Bekanntschaft mit dem Dichter und Prediger Conz konnte er ab 1804 in Tübingen Medizin studieren. Während seiner Ausbildung lernte K. den Dichter Hölderlin als Patienten kennen und veröffentlichte seine ersten Gedichte. 1808 Promotion, danach Reisetätigkeit; in Wien Begegnung mit Schlegel und Beethoven (1809 /10). 1810 Arzt in Dürrmenz bei Mühlacker, 1811 Badearzt in Wildbad, 1812 in Welzheim; 1813 Heirat mit Friederike Ehemann († 1854), 1815 Oberamtsarzt in Gaildorf. 1819 ließ er sich schließlich in Weinsberg nieder, wo er vielen Besuchern gegenüber Gastfreundschaft pflegte. Das „Kernerhaus“ war auch Mittelpunkt der Schwäbischen Dichterschule (L. Uhland, G. Schwab u. a). 1851 trat K. als nahezu Erblindeter in den Ruhestand. 1895 wurde ihm in Stuttgart ein Denkmal errichtet.

K. befasste sich intensiv mit den Erscheinungen des animalischen Magnetismus, nahm als Arzt die Existenz und Wirkweise eines „feinstofflichen Fluidums“ zur Erklärung pn. (somnambuler) Erscheinungen an u. verfasste wertvolle Fallberichte über pn. Phänomene, so etwa 1834 über das ‚besessene‘ Mädchen von Orlach (Magdalena > Gronbach *1812 Orlach / Württ.). > Hauffe, Friederike, F.  A. > Mesmer.

W.: Geschichte zweyer Somnambülen nebst einigen anderen Denkwürdigkeiten aus dem Gebiete der magischen Heilkunde und der Psychologie, Karlsruhe 1824; Die Seherin von Prevorst. Eröffnungen über das innere Leben der Menschen und über das Hereinragen einer Geisterwelt in die unsere. 2 Bde., Stuttg. 1829, 51877 u. a.; Geschichten Besessener neuerer Zeit. Beobachtungen aus dem Gebiete kakodämonisch-magnetischer Erscheinungen, Karlsruhe 1834, 21835; Eine Erscheinung aus dem Nachtgebiete der Natur, Stuttg. 1836; Nachricht von dem Vorkommen des Besessenseyns, eines dämonisch-magnetischen Leidens und seiner schon im Alterthum bekannten Heilung durch magisch-magnetisches Einwirken, Stuttg. 1836; Die somnambülen Tische. Zur Geschichte u. Erklärung dieser Erscheinung, Stuttg. 1853; Hrsg. der Zeitschrift Blätter aus Prevorst (1.– 7. Sammlung, Karlsruhe 1831–1835; 8.– 12. Sammlung, Stuttg. 1837–39); Magikon, Archiv für Beobachtungen aus dem Gebiete der Geisterkunde, 5 Bde., 1840 – 1853; Erinnerungen an Franz Anton Mesmer, Frankfurt 1856.

Lit.: Reinhard, A.: J. K. und das Kernerhaus zu Weinsberg, Tübingen 21886; Kerner, Theobald (Arzt, Sohn von J. K.): Das Kernerhaus und seine Gäste, Stuttg. 1893, 21897, Ndr. 1978; Straumann, Heinrich: J. K. und der Okkultismus in der deutschen Romantik, 1928; Gehrts, H.: Das Mädchen von Orlach, Stuttg. 1966; Jennings, Lee B.: J. K. und die Geisterwelt. In: Neue Wissenschaft 14 (1966), 75 – 95; ders.: Geister u. Germanisten. Literarisch-paraps. Betrachtungen zum Fall Kerner-Mörike. In: Psi u. Psyche. Neue Forschungen zur Parapsychologie. Festschr. f. Hans Bender, 1974, S. 95 – 109; Grüsser, O. J.: Justinus Kerner 1786 – 1862. Arzt – Poet – Geisterseher, Berlin 1987.

Keyser, Georg Adam (*1746; †1814), Hrsg. v. Berichten aus Prozessakten des Hexenwesens u. a.

W.: Uhuhu oder Hexen-, Gespenster-, Schatzgräber- und Erscheinungsgeschichten, 1785 – 92; Ehrenrettung der Hermetischen Kunst, durch solche chymisch-physikalische Beweise dargethan, die jeder, auch nur mittelmässige Kenner und Künstler leicht einsehen, selbst nachmachen, und dadurch zugleich überzeugt werden kann und soll: dass Alchymie und Chrysopoeia keine leere Einbildung müssiger Köpfe sey, und noch weniger in die Zauber-Höhle gelehrter Windmacher gehöre. Erster – Dritter Theil, Erfurt 1785.

Keyserling, Hermann Graf (*20.07.1880 Könno / Estland; † 26.04.1946 Innsbruck), philosoph. Schriftst., früher Anhänger der Theosophie, später deren Gegner; mit Annie > Besant befreundet; gründete 1920 in Darmstadt die „Schule der Weisheit“. 

W.: Reisetagebuch eines Philosophen, 1914; Das Okkulte, 1923.

Lit.: Keyserling, Manfred (Hrsg.): Graf Hermann Keyserling, Innsbruck 1948.

Khaled, Khan (Pseud.) > Crowley, A.

Khunrath, Heinrich (*1560 Leipzig; † 9.09.1605 Dresden oder Leipzig), dt. Alchemist, Kabbalist und Arzt in Hamburg und Dresden. Nach dem Studium der Medizin beschäftigte er sich schon in jungen  Jahren intensiv mit Theosophie, Kabbalistik und Magie. 1588: Doctor utriusque medicinae in Basel, 1589: Treffen mit John > Dee, Ende 1591 Hofarzt des böhmischen Adeligen, Diplomaten und Politikers Wilhelm Rosenberg.

W.: Amphitheatrum sapientiae aeternae, solius verae: christiano-kabalisticum, divino-magicum, physico-chymicum, tertriunum-catholicon. Mit 11 Kupferstichen, posthum erschienen in Hanau 1609.

Lit.: Töllner, Ralf: Der unendliche Kommentar. Untersuchungen zu vier ausgewählten Kupferstichen Heinrich Khunraths, Hamburg 1991.

Kiesewetter, Carl (1854 –1895), esoter. Schriftst., Theosoph, Mitarbeiter der Zeitschr. Sphinx; Autor div. heute überholter Quellensammlungen zur Geschichte der Geheimlehren.

W.: Der Okkultismus des Altertums, 1891 – 1896; Geschichte des neueren Okk., Leipzig 1891; John Dee, ein Spiritist des 16. Jhs., 1893; Die Geheimwissenschaften, 1895.

Kilner, Walter J. (1847–1920), engl. Arzt am St. Thomas Hospital in London, Erfinder des nach ihm benannten „Kilnerschirms“ (zwischen zwei Gläsern in Alkohol gelöstes Dicyanin zur Sichtbarmachung der Aura).

W.: The Human Atmosphere or the Aura, Made Visible by the Aid of Chemical Screens, London 1911.

Kim, Julia, geb. Youn (*3.03.1947 Naju), umstrittene südkoreanische Seherin, zeitweilig (seit 29.06.1989) stigmatisiert. Ihr Vater und ihr Großvater wurden im Koreakrieg von den kommunistischen Soldaten getötet; ihre Schwester starb an einer Krankheit. In großer Not lebte sie sodann mit ihrer Mutter. 1972 Heirat mit Julio Kim. Der Ehe entsprossen zwei Söhne und zwei Töchter. In ihrer Wohnung begann am 29.06.1985 eine Marienstatue zu weinen, später wurden auch blutige Tränen beobachtet. K. erhielt angeblich Erscheinungen und Botschaften der Mutter Gottes und erlitt auch diabolische Attacken. Ihre – in einigen Fällen auch gefilmten – blutigen ‚Hostienwunder‘ in ihrem Mund (nach Empfang der hl. Kommunion) erregten großes Aufsehen. Das erste dieser eucharistischen Phänomene bei Julia K. geschah am 16.05.1991 während einer Eucharistiefeier in der Pfarrkirche von Naju, zelebriert von Pater Jerry Orbos. Am 31.10.1995 ereignete sich sogar im Vatikan ein solches Hostienphänomen während der Messe in der Privatkapelle von Papst Johannes Paul II., der dadurch selbst Zeuge desselben geworden ist. Am 28.02.2010 wurde Erzbischof Giovanni Bulaitis († 25.12.2010), ehem. Nuntius in Korea (1991 – 97), Zeuge dafür, dass während der von ihm in der Kapelle Casa San Benedetto an der Via dell’Erba, 1, zelebrierten hl. Messe die Hostie auf der Zunge von Julia blutig wurde und fleischartige Konsistenz annahm. Es soll dies das 30. und angeblich letzte Hostienwunder in Zusammenhang mit der Person von K. gewesen sein. Meldungen zufolge ist Julia und ihre Familie wegen Ungehorsams durch den koreanischen Erzbischof von Kwangju, Andreas Choi Chang-mou, per Dekret vom 21.01.2008 exkommuniziert worden. Allerdings wurde am negativen Abschlussbericht der Untersuchungskommission vom 1.01.1998 auch z. T. berechtigte Kritik geübt, da keine medizinische und wissenschaftliche Untersuchung der Phänomene vorgenommen worden sei.

NB: In gewisser Weise erinnern die Ereignisse um K. an Abbè > Vachère und die seinerzeitigen Maßnahmen des Hl. Offiziums von 1923 P. Pio gegenüber.

King, Francis X. (1939 –1994), engl. okk. Schriftst. mit zahlreichen Publikationen über Magie und ihre Rolle in der heutigen Gesellschaft, vor allem zur Geschichte und Lehre des O.T.O.

W.: Ritual Magic in England, 1970; Magic, 1975 (dt.: Magie – eine Bilddokumentation, 1976); The Techniques of High Magic, a Handbook of Self-Initiation (mit Stephen Skinner), Affinity Publishing 1976; Ritual Magic – The Rebirth of Magic, 1982.

King, George (1919 –1997), ufogläubiger Okk. aus England, Geistheiler; gründete 1955 in London nach einem angebl. akustischen Kontakt mit einer außerirdischen Intelligenz 1954 die UFO-Organisation Aetherius Society und gab vor, sowohl mit erhabenen extraterrestrischen Meistern als auch mit Verstorbenen (z. B. Sir Oliver > Lodge) in Verbindung zu stehen.

W.: You too Can Heal, 1976; Contacts With the Gods from Space. The Aetherius Society, 1996.

King, Serge Kahili, Dr. phil. (* Febr. 1915) hawaiianischer Huna-Heiler in der Tradition seiner Familie. Autor zahlreicher Werke. Vom Adoptivvater seines Vaters wurde er als Enkel adoptiert, von dessen Tochter Laka und später auch von deren Bruder William (Wana) in die schamanistischen Heilkünste eingeführt. K. konnte auch in Westafrika einschlägige Erfahrungen sammeln und popularisierte vor allem im Westen die Kahuna-Lehren und deren Anwendung in Büchern und Seminaren. 1973 gründete er eine eigene Gesellschaft zur Verbreitung und Lehre des Huna-Systems (Order of Huna International ). Kontrovers ist, ob die schamanischen Interpretationen dem originären Selbstverständnis der Hawaianer und Polynesier entsprechen. > Long, M.

W.: Kahuna Healing: Holistic Health and Healing Practices of Polynesia, Quest Books 1983; Mastering Your Hidden Self: A Guide to the Huna Way, Quest Books 1985; Instant Healing. Jetzt! Ganzheitliche Methoden, um sich schnell von Schmerz und Leid zu befreien. Freiburg / Br.: Lüchow, 32002; The Aloha Spirit. Weisheiten aus Hawai auf 63 Karten, Lüchow 2003; Begegnung mit dem verborgenen Ich, Aurum 2003; Huna, Lüchow / Kreuz Verl. 2007; Der Stadtschamane. Ein Handbuch zur Transformation durch Huna, Lüchow 2007; Huna: Ancient Hawaiian Secrets for Modern Living, Simon & Schuster 2008.

Kirlian, Semjon Davidowitsch (*1898; † 1.08.1978 Krasnodar, Russld.), ukrainischer Elektrotechniker, Entdecker (1937) der nach ihm benannten Kirlianfotografie, auf die er zufällig bei der Reparatur medizinischer Geräte stieß und dann zusammen mit seiner Frau Valentina weiterentwickelte. Die Bezeichnung dieser Technik zur „Sichtbarmachung der Aura“ ist allerdings unkorrekt, denn die Strahlenkränze auf dem Film sind das Ergebnis einer Wechselwirkung zwischen dem organ. Feld u. dem künstl. Feld der Hochfrequenzquelle. Um das fotografierte Objekt bildet sich eine leuchtende, oszillierende Korona, deren Farben und Beschaffenheit auch zur Gesundheitsdiagnose und Vitalität eingesetzt werden können. Erst 1958 wurde diese Entdeckung publiziert, da sie vorher als Staatsgeheimnis gehütet wurde. Die Hochfrequenzfotografie (HFF) war allerdings schon dem russ. Ing. Yakov Narkevich-Todko 1898 bekannt. Die Elektrographie wurde erstmals von B. Navratil beschrieben, doch erst die Kirlians wandten diese Methode auch auf lebende Organismen konsequent an.

Lit.: Franz, Willi: Handbuch der Kirlian-Fotografie, Stuttg. 1987.

Klara Isabella Gherzi, (*23.10.1742 Pontedecimo / Italien; † 27.10.1800 Gubbio), Ven., Myst.; trat schon mit 16 Jahren in das Klarissenkloster von der Heiligsten Dreifaltigkeit zu Gubbio ein; war immer krank und von Schmerzen heimgesucht. Mit 36 Jahren wurde sie Äbtissin. Obwohl ab ihrem 40. Lebensjahr bettlägrig, hat man sie später wiederholt zur Äbtissin gewählt. Das Kloster leitete sie durch ihre Vikarin und starb schließlich im Ruf der Heiligkeit. Gabe der Zukunftsschau und der Kardiognosie. Nach ihrem Tod geschahen viele Wunder. Seligsprechungsprozess 1831 eingeleitet, 1894 Anerkennung der Heroizität der Tugenden.

Lit.: Schamoni, W. / K. Besler: Charismatische Heilige. Stein a. Rhein: Christiana, 1986, S. 104 –109.

Klara von Montefalco, (*um 1268 in Montefalco / I; † 17.08.1308 ebd.), heilig (1881, Fest: 17. August), Myst., ekstat. Visionärin; wurde schon in jungen Jahren Franziskanerterziarin, später mit ihrer Schwester Augustiner-Eremitin, ab 1291 Äbtissin. Wunderbare Ereignisse zeichnen ihr Leben aus. Ratgeberin kirchlicher Persönlichkeiten. Begraben im Augustinerinnenkloster zu Montefalco. Anscheinend war sie auch herzstigmatisiert, denn auf ihrem Herzen habe man Abbilder der Passion Christi gefunden.

Klaus > Niklaus von der Flüe.

Klimaschka, Maria (Mariella) (*1895; † 1969), stigmat. Visionärin aus Ratibor (Schlesien, Polen); Erscheinungen von Jesus u. Maria, Zukunftsvisionen.

Lit.: Weigl. A. M.: Die Liebe siegt im Opfer. Mariella Klimaschka, Altötting 21975.

Klinckowstroem, Carl Graf von (*26.08.1884 Potsdam; † 29.08.1969 München), Natur- und Technikhistoriker, Studium der Literatur, Philosophie und Physik in Erlangen und München. Autor zahlreicher Beiträge über Geschichte der Technik und des Okkultismus in mehreren Periodika. Kritiker der PPS; lebte als Privatgelehrter in München. Nachlass befindet sich im Archiv des Deutschen Museums in München.

W.: Bibliographie der Wünschelrute, München 1911; Johann Wilhelm Ritter und die Wünschelrute. Eine historische Studie. Leipzig: Baumgärtner, 1913; Yogikünste. In: Die Okkulte Welt. Nr. 99, Baum, Pfullingen, 1922; Der physikal. Mediumismus, Berlin 1925 (das sog. Drei-Männerbuch zus. mit Gulat-Wellenburg u. Hans Rosenbusch); Die Zauberkunst. München: Heimeran, 1954; Bibliographie des deutschsprachigen Schrifttums über Aberglauben bis 1800, Frankfurt a. M. 1958.

Klöckler, Herbert Freih. v. (1896 –1937), dt. Arzt, Astrologe, renommierter Autor mehrerer astrolog. Werke, Hrsg. der Zschr. Sterne u. Mensch.

W.: Astrologie als Erfahrungswissenschaft, Diederichs 1927, 1989; Horoskop, Handschrift und Charakter; Kursus der Astrologie: 3 Bde. Freiburg i. Br.: Bauer, 1990.

Kluski, Franek (*1874 Warschau; † 1944),  poln. Kaufmann, Bankbeamter, Schriftst. in Warschau. Durch Séancen mit dem poln. Materialisationsmedium Jan > Guzyk entdeckte er als anfänglicher Skeptiker um 1917/18 seine eigene Medialität und wurde später selbst ein Mat.medium mit einem breiten Spektrum paranormaler Phänomene (Levitationen, Lichterscheinungen, Klopfgeräusche, automat. Schreiben in Trance), wobei sich auch Tierphantome zeigten. K. stellte Wachsabdrücke von den isoliert auftretenden und sich im Raum bewegenden Phantomgliedern her. Berühmt wurde die Materialisation eines zottigen, affenartigen Wesens mit Riesenkräften 1919 –1922, von ihm „Pithecanthropus“ genannt. K. wurde im Institut Métapsychique International in Paris von mehreren Experten untersucht (so vom Dir. des Instituts, G. > Geley, Charles > Richet, Nicolas C. > Flammarion); dort werden auch mehrere Paraffinabdrücke aufbewahrt. In Warschau nahm 1924 auch der gebürtige Pole F. W. Pawlowski, Prof. für Anatomie an der Univ. Michigan / USA, an Untersuchungen teil, worüber er in der Zeitschr. f. Parapsychologie 1926 berichtete („Die Mediumschaft des Franek Kluski“, S. 5 –22).

Lit.: Geley, Gustave: Materialisations-Experimente mit M. Franek Kluski, 1922.

Knight, Gareth, Pseud. (*1930), eigentl. Basil Wilby; brit. Okkultist, Schriftst., Autor mehrerer Werke über Magie, Kabbala und Tarot. 1953 Mitglied der Fraternity of the Inner Light (Dion > Fortune), Gründer einer eigenen esoterischen Schule.

W.: A Practical Guide to Quabalistic Symbolism, 1965; The Experience of Inner World, 1971.

Knopp, Johann Peter (1714 –1794), rheinländischer Seher, arbeitete sich vom Knecht zum Landpächter empor und sagte im 18. Jh. einen verheerenden Krieg voraus. In seinen „Prophezeiungen“ wird ein Teil der modernen Kriegstechnik vorweggenommen.

Knorr von Rosenroth, Christian (*15. / 16.07.1636 Alt-Raudten, Schlesien; † 4.05.1689 Frankf. / M.), Sohn eines lutherischen Pfarrers, christl. Kabbalist, Minister des Pfalzgrafen von Sulzbach; übersetzte mit einem jüd. Rabbi die ältesten Teile der kabbalist. Schrift Sohar ins Lateinische; Dichter des Kirchenliedes „Morgenglanz der Ewigkeit“; starb auf seinem Landsassengut Großalbershof, Grabstätte in der  St. Georgs-Kapelle auf dem Sulzbacher Friedhof (kein Epitaph).

W.: Kabbala denudata seu doctrina Hebraeorum transcendentalis et metaphysica, atque theologica, Sulzbach u. Frankf. 1677– 84 (3 Teile in 2 Bänden).

Lit.: Zschr. Die Vereinigte Großloge, Mai 1955, S. 180 / 81 (Biogr.)

Köberle, Adolf, Dr. theol. (*3.07.1898  Berneck bei Bayreuth; † 23.03.1990 München), stammte aus einer bayerischen Pfarrersfamilie, evang. Theologe an der Univ. Tübingen, Autor von Schriften aus dem Bereich der Grenzgebiete des christl. Glaubens (Fortleben nach dem Tode, Sekten, Radiästhesie u. a.).

W.: Das geheimnisvolle Reich der Seele: Erfahrungen der Psyche in den Grenzbereichen des Lebens, Freiburg i. Br. [u. a.] 1984; Gibt es ein Leben nach dem Tod? Der christliche Glaube inmitten der gegenwärtigen religiösen Welle, Idea-Spektrum (1988) 46, 1– 2.

Koch, Walter A. (1895 –1970), Mathematiker u. Astrologe, untersuchte die Beziehungen der Farben u. Edelsteine zur Astrologie.

W.: Astrologische Farbenlehre, München 1930; Die Seele der Edelsteine (zus. mit O. Holstein), Leipzig 1934.

Koestler, Arthur (*5.09.1905 Budapest; † 3.03.1983 London); pps. Schriftsteller, Wissenschaftsjournalist; Sohn eines jüdisch-ungarischen Kaufmanns u. einer Österreicherin, besuchte die Oberrealschule in Baden bei Wien, 1922 – 26 Studium der Naturwissenschaften in Wien (Technische Hochschule). In den weiteren Jahren Auslandskorrespondent im Nahen Osten, Redakteur beim Ullstein-Verlag in Berlin. 1931 Mitglied der kommunistischen Partei, die er nach seiner Rückkehr aus Spanien 1937 wieder verließ. Im Spanischen Bürgerkrieg Korrespondent, zum Tod verurteilt u. begnadigt. 1940 Übersiedlung nach England, wo er 1941/42 als Freiwilliger in der britischen Armee diente. K. hinterließ eine testamentarische Verfügung bzgl. der hinterlassenen Erbschaft in Höhe von 400.000 £ zur Schaffung eines Lehrstuhls f. Parapsychologie, der in Edinburgh errichtet wurde und seine Aktivität 1985 / 86 mit Prof. Robert L. > Morris aufnahm. Tod durch Suizid.

W.: Zahlreiche literar. Werke, darunter: Der Krötenküsser (über Paul Kammerer), Wien u. a.] 1972; Die Wurzeln des Zufalls (The Roots of Coincidence), München 1972, Suhrkamp TB 181 21977.

Lit.: Buckard, Christian: Arthur Koestler. Ein extremes Leben 1905 – 1983. München: Beck, 2004.

Kölbl, Franz Prof. Dr. (*1908), Paragnost, Psychographologe; Studium der Volkswirtschaft und Jus an den Universitäten Wien u. Innsbruck, beeideter Gerichtssachverständiger für Grafologie. Hatte seit seiner Kindheit ein inneres Ahnungsvermögen, war befreundet mit E. J. > Hanussen, sagte die Ermordung des österr. Bundeskanzlers Dr. Dollfuß voraus.

W.: Mein Leben als Hellseher. Der sechste Sinn. Vorw. v. Prof. Dr. Hans Hannau. Innsbruck: Pinguin; Frankfurt/M.: Umschau, 1981.

Kolumba Elisabeth Weigl (* 8.03.1713 München; † 31.08.1783 Altenhohenau),  Dominikanerin, Profess 1731 im Kloster Altenhohenau am Inn / Bayern, dort Priorin 1774 –1777; stigmat. Mystikerin (seit 1731), Visionärin. 1883 Exhumierung. Seligsprechungsprozess angestrebt.

Köppen, Karl-Friedrich (1734 –1797), preuß. Kriegsrat, Gründer des alchemist.-rosenkreuzerischen Freimaurerordens „Die Afrikanischen Bauherren“ (ca. 1763), erstellte ein gewisses Ritual zur Initiation mit diversen Ingredienzen.

W.: Bérage, W. de: Le plus secrets mystères des hauts grades de la Maçonnerie dévoilés, ou le vrai Rose-Croix, Jerusalem (Berlin) 1766, 1767 [auf Karl-F. Köppen zurückgeführt]; Nachdruck m. e. Vorwort von René Le Forestier, Paris 1915 (Thése Univ. de Paris, 1914); Nachdruck der Ausgabe von 1774, Paris; Gutenberg Reprint, 1981 (dt.: Allerneueste Entdeckung der verborgensten Geheimnisse der hohen Stuffen der Freimäurerei oder der wahren Rosencreutzer. Berlin: Haude & Spener, 1768.

Kordon(-Veri), Fridolin A. (1906 – 1968), österr. Medium, Maler, Hellseher (oder Scharlatan?), Schriftsteller. Durch angebliche Vermittlung jenseitiger Intelligenzen gründete K. 1932 in Zürich die sog. „C“ oder Cona-Bruderschaft, benannt nach einer jenseitigen Wesenheit „Cona“, mit welcher K. in medialem Kontakt stand. Mit Ing. Gottfried Gotter Redakteur d. Monatsschrift der C.-Bruderschaft ‚Das Dritte Augeʽ, 1. Jg. 1933 (Hrsg. Joh. Leon sen., Klagenfurt).

Lit.: Bertholet (Hrsg.): Quelques experiences avec Fridolin A. Kordon-Veri, médium-psychomètre artiste inspiré. Lausanne: Henri Held, 1934.

Kotik, Naum (1876 – 1920), russ. Arzt in Moskau.

W.: Die Emanation der psychophysischen Energie, Wiesbaden 1908.

Kowalska, Maria Faustyna (Helena)

(*25.08.1905 Głogowiec bei Łódź / Polen; † 5.10.1938 Krakau), heilig (2000, Fest: 5. Oktober), 1925 Eintritt in die Kongregation der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit, arbeitete als Gärtnerin, Köchin, Pförtnerin; Myst., hatte viele Visionen und Gnadenerweise.

Lit.: Tagebuch, erschienen im Parvis Verlag, 1990.

Kral, Josef (*15.08.1887 München; †13.01.1965, Schon-
dorf b. München), Verleger, pps. Schriftsteller; Beginn seiner journalistischen Laufbahn 1906 in Augsburg, 1910 Heirat (zwei Töchter, ein Sohn fiel im Krieg), 1910 / 11 Mitbegründer und Direktor der 1. Internat. Kath. Telegrafen-Agentur; langjähr. Hrsg. der Kathol. Welt-Correspondenz. Ab 1951 mit Abt Alois > Wiesinger Herausgabe der Zschr. Glaube und Erkenntnis (später umbenannt in Verborgene Welt); 1958 Mitbegründer der Internat. Gesellschaft kathol. Parapsychologen (IGKP), deren Generalsekretär in Schondorf bei München. Seine Tochter Lore Friedrich (*17.04.1913; † 30.05.1999 Abensberg) war Mitverlegerin von GW.

W.: Die Irrlehre von Zufall und Schicksal im Lichte der Wissenschaften und des Glaubens, 1953; Die Wirklichkeit des Außersinnlichen in Wissenschaft und Christentum, 1964.

Kramer, Heinrich > Institoris.

Krippner, Stanley Curtis (* 4.10.1932 Edgerton, Wisconsin / USA), Psych., Parapsych., Traum- und Bewusstseinsforscher; Direktor des Child Study Center at Kent State University in Ohio, führte mit Kindern parapsychologische Experimente durch; Dir. des „Center for Consciousness Studies“ im Saybrook Institute in San Francisco.

W.: Song of the Siren: A Parapsychological Odyssey (Autobiografie). New York: Harper & Row, 1976.

Krishna, Pandit Gopi (1903 – 1984), ind. Guru, Kundalini-Erforscher aufgrund eigenen Erlebens 1937, das er als Vereinigung der Kundalini-Energie mit dem obersten Chakra beschrieb und wodurch er auch eine Bewusstseinsveränderung erfuhr.

W.: Kundalini – the Evolutionary Energy, 1967.

Krishnamurti, Jiddu, Pseud. f. Jiddu Narayaniah (*12.05.1895 Madanapalle bei Madras / Indien; † 17.02.1986 Ojai, Kalifornien /USA). Seine Eltern Sanjeevamma und Jiddu Naraniah, ein Regierungsbeamter, waren einfache Brahmanen. Ende 1908 wurde K. aufgrund seiner angeblich starken Aura von Charles W. > Leadbeater am Strand von Adyar / Madras als Avatar entdeckt und fortan von der TG aufgezogen und ausgebildet. 1911 gründete A. > Besant den Order of the Star in the East (Orden des Sterns im Osten), zu dessen Oberhaupt K. ernannt wurde. Zwischen 1912 und 1918 hielten sich K. und sein Bruder Nitya in England auf. 1922 folgten die Brüder einer Einladung nach Ojai, Kalifornien, wo K. einen geheimnisvollen Transformationsprozess durchlebte. 1929 trennte er sich von seinen bisherigen Aussagen und Schriften, löste den für ihn gegründeten Orden wieder auf und lebte von da an als freier Lehrer in Kalifornien. Seine Lehren werden von der dortigen Krishnamurti Foundation mit Sitz in Ojai bzw. London verbreitet.

W.: Einbruch in die Freiheit, 1973, 1985; Gespräche über das Sein, 1977; Leben, 1977.

Lit.: Jayakar, Pupul: K. – Leben u. Lehre,  Freiburg 1988; Lutyens, Mary: K. – Die Biographie, Grafing 1991; Gunturu, Vanamali: Jiddu K. Gedanken aus der phänomenologischen Perspektive Edmund Husserls, Frankf. / M. 1998.

Kritzinger, Hans-Hermann (*10.06.1887 Boitzenburg; † 2.12.1968), grenzwiss. Autor, ursprünglich Berufsastronom und Meteorologe, Dr.  phil. (dissertierte 1911 in Berlin über die Bewegung des großen roten Flecks im Jupiter), wandte sich jedoch später der Astrologie zu. Von 1912 – 14 letzter Astronom der Privatsternwarte auf Bothkamp  (südl. von Kiel). Im Zuge der ‚Aktion Hessʽ (Hitlers Stellvertreter) gegen die Okkultisten und Astrologen wurde auch K. verhaftet. 1943 jedoch mit anderen um die Kriegsführung verdienten Wissenschaftlern von A. Hitler zum Professor ernannt.

W.: Todesstrahlen u. Wünschelrute, Lpz. 1929; Magische Kräfte. Geheimnisse der menschl. Seele, Dresden 1930; Erdstrahlen, Reizstreifen u. Wünschelrute, Dresden 1933; Zur Philosophie der Überwelt, Tübingen 1951.

Kröner, Walther (*19.04.1890), Berliner Arzt, wirkte später in Baden-Baden; grenzwissenschaftl. Autor. Unter dem „Magischen“ versteht er in etwa das, was der Ausdruck „paranormale Phänomene“ meint.

W.: Mediale Diagnostik. Lpz.: Mutze, 1923; Das Rätsel von Konnersreuth. München: Verlag der Ärztlichen Rdschau., 1927; Die Wiedergeburt des Magischen. Das Magische als natürliche Funktion des Unbewussten, Lpz. 1938.

Krönert, Georg, Dr. (*1889 Hilbersdorf-Muldenhütten), christl. Philosoph, Theologe; von ihm stammt der Terminus „parazeptiv“ zur Kennzeichnung der spezifischen Wahrnehmung paranormaler Art.

W.: Zur Psychologie des Sektentums, Dresden 1930; Parapsychologie und Religion. Zürich: Origo, 1952.

Krotoschin, Henry (*1913; † 17.03.2009), Dipl.-Ing. ETH, Gründer u. Leiter der Huna-Forschungsges. in Zürich, die seit 1981 die offizielle Europa-Vertretung der Huna-Weltzentrale (Missouri, USA) ist. K. hielt zahlreiche Seminare und Vorträge über die sog. Hunalehre und Praxis, die ihre Anwendung auch im Feuerlauftraining findet.  > Long, M. F.

W.: Hunapraxis – bewusste Lenkung des Schicksals. Darmstadt: Schirner, 2004.

Krumm-Heller, Arnoldo, Dr., Pseud. „Huiracocha“ (*15.04.1876 Salchendorf / Siegerland; † 19.05.1949 Marburg), Militärarzt, Freimaurer, Osmologe, Mitglied des OTO, als Großmeister der „Fraternitas Rosicruciana Antiqua“ f. Deutschland u. Österreich von R. S. > Clymer bestätigt; war eine Zeitlang Botschafter Mexikos in Berlin; Anhänger der Lehren von Peryt > Shou.

W.: Vom Weihrauch zur Osmotherapie, Berlin 1934; Magie der Dufststoffe – Osmolog. Heilkunde, Berlin 1955.

Lit.: Fritsche, Herbert: Der Rosenkreuzer aus Mexiko (Nachruf), in der Zeitschr. Merlin, Folge 3, Verl. A. Springer, 1949.

Kruse, Johann (*30.12.1889 Brickeln / Dithmarschen; † 1983 Braak, Hamburg), Bekämpfer des neuzeitl. Hexenwahns; Volksschullehrer in Burg / Dithmarschen und in Altona bis 1942; forschte schon früh als Volkskundler und untersuchte den modernen Hexenwahn, gründete 1950 ein diesbezügl. „Archiv zur Bekämpfung des neuzeitlichen Hexenwahns“, das er 1978 dem Museum für Völkerkunde in Hamburg übergab. Er setzte sich für Frauen ein, die als Hexen bezeichnet wurden und bekämpfte die sog. Hexenbanner. K. wurde auch als Gerichtsgutachter in einschlägigen Prozessen herangezogen.

W.: Hexen unter uns?, Hamburg 1951, Leer 1978.

Kübler-Ross, Elisabeth (*8.07.1926 Zürich; † 24.08.2004 Scottsdale, Arizona/USA), Ärztin, Sterbeforscherin, Ehrenbürgerin von Meilen bei Zürich. Aus einer protestantischen Kaufmannsfamilie stammend, arbeitete sie schon als 17-Jährige als Laborantin am Züricher Kantonsspital. 1957 Promotion; 1958 Heirat mit dem amerikanischen Arzt Dr. Emanuel Robert Moss; später Emigration in die USA, Fachausbildung in Psychiatrie, 1965 Professur an der Universität in Chicago. Aufgrund ihrer Erfahrung mit Sterbenden war sie eine Verfechterin des Lebens nach dem Tod; nahm auch die Reinkarnationslehre an. Die Beschäftigung mit Schwerstkranken führte sie zur systematischen Erforschung der Sterbevorgänge; gründete in den USA Hospize für Todkranke; erhielt 23 Ehrendoktorate, verfasste ca. 20 Bücher. Durch ihre Publikation On Death and Dying 1969 (Interviews mit Sterbenden) wurde sie berühmt. 1995 erlitt K. einen Schlaganfall, in dessen Folge sie an den Rollstuhl gefesselt blieb.

W.: Verstehen, was Sterbende sagen wollen. Über den Tod und das Leben danach. Melsbach: Verlag „Die Silberschnur“, 111989; Leben, bis wir Abschied nehmen. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus Mohn, 41991; Elisabeth Kübler-Ross. Das Rad des Lebens (Autobiografie). München: Droemer Knaur, 2000; Interviews mit Sterbenden. München: Droemer Knaur, 2001; Über den Tod und das Leben danach. Güllesheim: Silberschnur Verlag, 102002; Erfülltes Leben, würdiges Sterben. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2004; Verstehen, was Sterbende sagen wollen. München: Droemer Knaur, 2004.

Lit.: Welch, Fern Stewart / Rose Winters / Kenneth Ross: Zum Tee bei Elisabeth Kübler-Ross. Güllesheim: Verlag Silberschnur, 2007.

Kuchynka, Karel, Dr. (*1892; † 27.03.1984 Prag), Paraps., Psychotroniker, Medienforscher, Experimentator, Leiter der 1922 gegründeten Tschech. Metapsych. Ges.; eröffnete 1973 den 1. Kongress f. Psychotron. Forschung in Prag.

Kudris, Mira Maria, Pseud. Mirabelle Coudris (*29.01.1957), in der Schweiz (Eiken) wohnhafte Autorin, Seminarleiterin und Kinderfachfrau. 1982 Ausbildung in Tieftrancetechnik durch den Psychiater Dr. Gerard Bellebon. K. arbeitet seit 1986 als Trance-Medium angeblich mit dem Geist von ‚Ce Ge Jung‘; Ehrenmitglied der Gesellschaft für Pränatale Psychologie, Diplomierte Kindernaturheilkunde-Fachberaterin (seit 2004). Steht angeblich auch in jenseitigem Kontakt mit Nicola Tesla und John Eccles. K. hält Seminar und bietet seelische Schwangerschaftsberatung.

W.: Ich kann sprechen (über ihren vorgeburtlichen Kontakt mit ihrem Sohn), Goldmann 1985; Gespräche mit dem Ungeborenen, Heyne; Im Trance-Dialog mit „Ce.Ge.Jung“, Silberschnur; Jenseits berühmter Leben, Phoenix.

Kuhlman, Kathryn (*7.05.1907 Concordia, Miss.; † 20.02.1976 Tulsa, Oklahoma), Geistheilerin der Pfingstbewegung, Gründerin der K. Kuhlman Foundation. Der Vater war Methodist, die Mutter Baptistin. Mit 14 Jahren erfuhr K. während einer Andacht in der Methodistenkirche eine Bekehrung: sie behauptete, dass der Hl. Geist sie erfüllte und dass Jesus in ihr Herz kam. Evangelikale Wanderpredigerin. In Denver war der Evangelist Burroughs Waltrip von ihr so beeindruckt, dass er sich von seiner Frau scheiden ließ und am 19.10.1938 K. heiratete. Nach einigen Jahren wurde die Ehe jedoch geschieden. Später übersiedelte K. nach Franklin, Penns., u. am 4.07.1947 nach Pittsburgh, wo sie das Carnegie Auditorium für ihre wöchentlichen Heilungsgottesdienste bzw. Andachten hielt. Vortrags- u. Heilungsaktivitäten (Shows) in anderen Städten folgten, auch per Radio. Ab Mitte der 60er Jahre des 20. Jhs. erschien ihr erstes Buch, I Believe in Miracles, das eine Auflage von über einer Million Exemplaren erreichte. K. starb nach längerer Krankheit infolge eines Herzleidens.

W.: I Believe in Miracles, Englewood Cliffs, N. J., 1962; God Can Do It Again, Englewood Cliffs 1969; Nothing is Impossible with God, 1974; 10.000 Miles for a Miracle, Minneapolis, Minn., 1974.

Lit.: Spraggett, Allen: Kathryn Kuhlman. The Woman Who Believes in Miracles, N. Y. 1970; Nolen, William A.: Healing – A Doctor in Search of a Miracle, N. Y. 1974; Casdorph, H. Richard: The Miracles, Plainfield, N. J., 1976; Kooiman Hosier, Helen: Kathryn Kuhlmann, Old Tappan, N. J., 1976.

Kuhn, Thomas Samuel (*18.07.1922 Cincinnati; † 17.06.1996 Cambridge, Mass.), Studium der Physik, die er jedoch später zugunsten von Philosophie und Wissenschaftsgeschichte beiseiteließ; dozierte in Berkeley, wo auch sein Werk Die Struktur der wissenschaftlichen Evolutionen entstand. 1964 –1979 Prof. f. Wissenschaftstheorie in Princeton / USA; New-Age-Vordenker. Von ihm stammt der aus der Linguistik entlehnte Terminus „Paradigma“ als eines gedankl. Problemlösungsschemas zur Erklärung der Wirklichkeit. In seinem Hauptwerk The Structure of Scientific Revolutions geht es um die Theorie vom Paradigma als eines begrifflich-methodischen Systems, das in einer bestimmten Wissenschaft Rahmenbedingungen setze, innerhalb deren Probleme anerkannt werden und ihre Lösungen erfolgen. Allerdings gäbe es auch Anomalien, deren gehäuftes Auftreten aufgrund der Unmöglichkeit ihrer Lösung im überkommenen Paradigma einen „Paradigmenwechsel“ erfordere. Damit komme es zu einer wissenschaftlichen Revolution. Eine Übertragung des Begriffs auf andere Gebiete außerhalb der Naturwissenschaft – wie vor allem in der Esoterik üblich – hat K. selbst abgelehnt.

W.: The Structure of Scientific Revolutions (dt.: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, 21970); The Copernican Revolution. Cambridge, MA: Harvard University Press, 1957 (dt.: Die kopernikanische Revolution. Braunschweig: Vieweg, 1980).

Kulagina, Nina, verheir. Michailowa (*1927/28 ?; † 11.04.1990), psychokinetisch begabte Hausfrau aus Leningrad, konnte Magnetnadeln ablenken, Gegenstände schweben lassen und Farben ohne Gebrauch der Augen durch Berührung mit ihren Fingern wahrnehmen. Bei pn. Experimenten wurden Gewichtsverluste des Mediums registriert. K. hatte eine schwere Kindheit, wurde im Zweiten Weltkrieg schon mit 17 Jahren als Funkerin im Panzer eingesetzt, in der Schlacht um Stalingrad schwer verletzt  und schließlich aus der Armee entlassen.
In den 70er Jahren des 20. Jhs. wurde sie im Westen – vor allem durch das Buch von Ostrander & Schröder, „Psychic Discoveries Behind the Iron Curtain“, bekannt. K. ließ sich von Wissenschaftlern in Moskau auf ihre „magischen“ Fähigkeiten testen (infolge ihrer intensiven Konzentration hörte ein isoliertes Froschherz in einer Kochsalzlösung auf zu schlagen).

1973 unternahm G. N. Dulenev während eines Experiments mit K. an der Technischen Universität St. Petersburg mittels eines hoch-
empfindlichen Magnetometers zuverlässige Messungen, die eine Erklärung durch elektromagnetische Wechselwirkungen ausschlossen.

1974 hatte der Psychologe Jürgen Keil, Prof. an der Universität von Tasmanien, Gelegenheit, gemeinsam mit dem Psychologen Jarl Fahler die telekinetischen Fähigkeiten der Frau aus nächster Nähe zu beobachten. Ein an einer Spiralfeder befestigter Ball in einem Plexiglaswürfel wurde durch K. in pendelnde Bewegung versetzt, sodass er an die Wände anschlug und sich entgegen dem Federzug nach unten bewegte.

Angeblich konnte K. auch auf der eigenen Haut wie auf jener anderer Personen im Raum Blasen erzeugen und wieder verschwinden lassen (paranormale Hitzeeinwirkung, erlebt von Herbert Benson).

In einem bekannten Film über K. war zu sehen, wie die Kompassnadel durch ihre sich darüber bewegenden Hände vom Norden klar abwich und sich schließlich der ganze Kompass mehrere Zentimeter bewegte. Salonmagier jedoch fanden die behaupteten Phänomene nur erheiternd in der Meinung, dass selbst Wissenschaftler durch simple Zaubertricks leicht getäuscht werden können.

Lit.: Herbert, B.: Spring in Leningrad: Kulagina revised. Parapsychology Review 4 (1973) 4, 5 – 10; Keil, H. H. J & J. Fahler: Nina Kulagina: A strong case for PK involving directly observable movements of objects. European Journal of Parapsychology (1976) 1, 36 – 44;  Hill, S.: The Psycokinetic phenomena of Nina Kulagina. Fate 39 (1986) 8, 60 – 65.

Kümi(n), Josepha (*20.02.1762 Wollerau /Kanton Schwyz; † 6. / 07.11.1817 Kloster Weesen), stigmatisierte Schweizer  Mystikerin, Visionärin, Tochter des Richters und Müllers Johann Bapt. Kümin (1722 – 1794) aus Wollerau; trat als 18-Jährige in das Dominikanerinnenkloster Weesen bei St. Gallen ein, erhielt den Ordensnamen Magdalena und versah das Amt einer Subpriorin und Novizenmeisterin. Eines ihrer großen Anliegen war die Verbreitung der Herz Jesu-Verehrung. 1803 Beginn der Stigmatisation mit der Seitenwunde, 1806 Hand- und Fußstigmen. Ihr wurden viele Visionen zuteil. Sie opferte die körperlichen und seelischen Leiden als Sühneleiden auf für die Greuel der Französ. Revolution, die Opfer der deutschen Säkularisation der Kirche und für die  Armenseelen. Erhielt auch Visionen über das Papsttum (z. B. bzgl. des 1811 von Napoleon beabsichtigten Konzils); litt an einem Krebsgeschwür ohne üblen Geruch.

NB: Der hl. Klemens Maria Hofbauer CSsR wirkte in Wollerau von Sept. 1797 bis Februar 1798.

Lit.: Wilms, H: Geschichte der deutschen Dominikanerinnen, Dülmen 1920, S. 280, 325ff.; Walz, A.: De veneratione Divini Cordis Jesu in Ordine Praedicatorum, Rom  1937, S. 118; Biographie der Josepha Kumin von Paul Letter. Hauteville / CH: Parvis, 1991.

Kurtzahn, Ernst Tristan (*29.11.1879 Königsbg.; † 3.01.1939 Hamburg), Pseud. Daityanus, Schiffsbauingenieur in Stettin, staatl. Gewerbe-Lehrer, esot. Schriftst., Mitglied der Fraternitas Saturni und Ekklesiarch der Gnostisch-Katholischen Kirche (GKK); 1919 in Hamburg Mitglied der FM-Loge „Boanerges zur Bruderliebe“.

W.: Der Tarot – die kabbalistische Methode der Zukunftserforschung als Schlüssel zum Okkultismus. Lpz.: Talisverlag, 1920; Die Rosenkreuzer, Lorch 1920; Die Runen als Heilszeichen u. Schicksalslose, Bad Oldesloe 1924; Die Gnostiker oder die unsichtbare Kirche, Bad Schmiedeberg 1925.

Lit.: Möller, H. / Ellic Howe: Merlin Peregrinus. Würzburg: Königshausen & Neumann, 1986; Miers, Horst E.: Neues über E. Kurtzahn, Hamburg 1994.

Kyber, Manfred (*1.03.1880 Riga; † 10.03.1933 Löwenstein bei Heilbronn), esot. Schriftst. der Neugeistrichtung, Verfasser von Kunstmärchen teils esoterischen Inhalts, von der Anthroposophie beeinflusst.

W.: Einführung in das Gesamtgebiet des Okkultismus, vom Altertum bis zur Gegenwart, Stuttg. 1923, Dreieich 1985, Diederichs 1990.

 

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